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Erscheinungsdatum: 20.07.2007
Label: Capitol
von Julia S. Köhler
Sie drängen mit ihren aktuellen Alben auf den Markt: Die jungen wilden Emo-Punk-Bands aus den USA. Neben den mittlerweile zum Mainstream-Act gewordenen Sum 41 stellten in den vergangenen Wochen unter anderem auch Amber Pacific und Silverstein Neues vor. Nun veröffentlichen auch Yellowcard ihren dritten Longplayer beim Major-Label Capitol.
Mit ihrem Debüt "Ocean Avenue" lieferte das Quintett 2004 einen beeindruckenden ersten Paukenschlag ab. Zumindest in den USA, wo das Genre Melodic-Punk sich äußerster Beliebtheit erfreut und viele jugendliche Anhänger hat, konnten sich die Kalifornier durchsetzen. Über zweieinhalb Millionen Alben verkauften sie dort, ihre Single-Auskopplungen liefen auf Heavy-Rotation in den Radios sowie auf den TV-Stationen. Und auch einen MTV-Video-Award konnten Yellowcard verbuchen. Mit dem Nachfolge-Album, "Lights And Sounds" (2005), waren sie zwar nicht mehr ganz so erfolgreich, aber Goldstatus erreichte das Quintett trotzdem.
Mit "Paper Walls" wollen Yellowcard nun wieder an den Erfolg des Erstlings anknüpfen. Das Besondere an ihrem Sound ist die Einbeziehung des Violinenspiels von Bandmitglied Sean Mackin. Auch die Skatermusik-Fraktion macht hin und wieder Ausflüge in die Welt orchestraler Untermalung. Doch bei Yellowcard ist das Violinen-Spiel fundamentaler Bestandteil der Musik. Neben Gitarre, Schlagzeug und Bass bestimmen die Melodienbögen, die Sean Mackin über die Songs legt, den Charme der Truppe. Unterstützt wird damit zudem die Eingängigkeit und der Ohrwurmcharakter vieler Titel. Dazu zählen nicht nur Up-Tempo-Nummern wie "The Takedown", "Fighting" und "Five Becomes Four" mit ihren punkigen, schnell gespielten Gitarren- und Schlagzeug-Einsätzen und dem ungewöhnlichen Spiel des eigentlich klassischen Instruments. Auch die eher romantischen und langsamen Titel wie "Shadows And Regrets" und das beeindruckende "Dear Bobbie" vertragen das zusätzliche durch die Violine erzeugte emotionale Element sehr gut. Gleichzeitig schaffen es Yellowcard, nicht zu oft ins Kitschig-banale abzudriften. Obgleich Zeilen wie ""everything I do, I do it for you" eigentlich nichts in einem Punk-Song zu suchen haben. Solche Worte darf allein Bryan Adams singen. Aber diese zeitweiligen Anflüge von unfreiwilliger Komik machen Yellowcard mit Spielfreude, potenziellen Hits und ihrer Interpretation von Emo-Pop-Punk wett.
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