Ulita Knaus


Ulita Knaus
It's The City
Minor Music

Ulita Knaus - It's The City

01.07.2007

Erscheinungsdatum: 25.05.2007
Label: Minor Music

von Kati Hofacker

Eine hübsche, blonde Sängerin, eine schöne, volle Stimme ... Gähnen Sie schon? Aber jetzt kommt der Paukenschlag: Ulita Knaus. Musikkenner wissen natürlich, dass Ulita diese verdammt attraktive Jazzsängerin aus Hamburg ist, die nicht nur das Mikro, sondern auch gleich noch den Komponistenbleistift und den Taktstock, beziehungsweise die Studioregler, schwingt. Oder dreht. "It's The City" heißt ihr viertes Album, und dass der Titel an "Sex In The City" erinnert, dürfte nur ein peinliches Versehen gewesen sein, denn Frau Knaus wirkt erfrischend uneitel. Obwohl die Manhattan-Assoziation eventuell doch stimmt, aber wenn, dann nur soundmäßig.

Für ihr neues Album bemüht Ulita aber nicht nur urbanen Jazzsound, der aus New Yorks coolen Clubs zu kommen scheint, sie wagt diesmal auch erstaunlich wohlklingende Ausflüge zum Soul. Gleich der Einsteiger "Too Hot To Ignore" erinnert in seiner chorstarken Intensität an ein altmodisches Gospel, natürlich nicht ohne Ulitas sinnlichen Touch, den sie jedem Song verleiht, während Nummern wie "World Wide" und das komplexe "In Rhythm" in ihrer überbordenden Atemlosigkeit ein bisschen an Al Jarreau während seiner funky-jazzigen Latin-Phase erinnern. Souly Schmusesongs ("Secret", "You Know Me", "My Philosophy") unterbrechen die zackigen Töne, und intime jazzy Tunes wie "It's The City", "Pure Water" und "White" kuscheln sich an unser Trommelfell.

"Es ist ein bisschen mehr R'n'B drin", findet auch Ulita selbst, die sich in der letzten Zeit deutlich hörbar mit dem Oeuvre von D'Angelo und Angie Stone, von Aretha Franklin und Chaka Khan auseinandergesetzt hat. Trotzdem arbeitet sie vor allem in der zweiten Hälfte des Albums in der ihr eigenen Art, unkonventionell, mal am Bebop, mal am Swing schrammend, mal birhythmisch vertrackt ("All the Things That I Can't Stand"), dann wieder klischeebeladen jazzdivenmäßig ("Welcome"). Hie und da hat Ulita Knaus ein wenig zu viel Freundliches in die Songs gesummselt, eine alte Schwäche von ihr, ein bisschen zu Barbra Streisand-artiges in die Arrangements geschmiert. Ansonsten aber gilt wie stets: Knaus hat internationales Format und wäre einer Entdeckung wert, über die sich auch die Jazzfreunde anderer Länder freuen dürften.

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