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Erscheinungsdatum: 30.10.2009
Label: Columbia
von Frank Rauscher
Wenn eine ganz wesentlich vom Bombast-Sound lebende Band wie Within Temptation die Stecker zieht und auf Akustik-Line-Up macht, ist natürlich erst mal Skepsis angebracht. Metal-Unplugged - das ging schon bei ganz anderen in die Hose. Und warum soll man freiwillig so langweilig klingen wollen, wie, sagen wir unlängst etwa die Sportfreunde Stiller ... Die seit ihrem Debüt "Mother Earth" (2001) vor allem in der Gothic-Metal-Szene schwer erfolgreichen Holländer können so gesehen mit ihrem neuen Werk "An Acoustic Night At The Theatre" eigentlich nur verlieren. Wie schön, dass dann doch alles ganz anders ist als erwartet.
Andere mögen mit dem Strom einen wesentlichen Teil ihrer Identität abgeben - bei Within Tempation passiert das genaue Gegenteil. Plötzlich wirkt die Band, die im vergangenen Jahr mit "Black Symphony" noch eine soundgewaltige, riesgengroße Klassik-meets-Metal-Show auf die Beine stellte, vielseitig wie nie. Hauptgrund: Sängerin Sharon den Adel besitzt wirklich ein glasklares, perfekt ausgebildetes Organ, das bei der kargen Instrumentierung noch einmal ganz anders zur Geltung kommt. Die für die Show ausgewählten Songs wurden neu arrangiert. Plötzlich ganz luftig und melancholisch klingende Melodien, untermalt von Violine, Konzertflügel, Cello ... Sharon spricht von "Braveheart-Atmosphäre", die während der Theater-Tournee (eine Fortsetzung ist geplant) geherrscht habe. Sharon: "Jetzt gibt es definitiv mehr Gelegenheiten, unsere Musik zu hören. So ein akustisches Album kann eigentlich immer laufen, den ganzen Tag über oder wenn Besuch da ist im Hintergrund. Ich denke, an einem ruhigen Sonntagmorgen nach einer durchfeierten Nacht greift man spontan nicht zu einem unserer regulären Alben, da ist die akustische Version sicher geeigneter."
Ziemlich passende Gebrauchsanleitung eigentlich - allerdings offenbaren die Worte auch, wie gefährlich nah sich das Ganze dann doch einige Male an die Beliebigkeit heranbewegt. Die Single "Utopia" ist dann schon gar nicht mehr in den bisherigen Within-Temptation-Kontext einzuordnen. Den Song - ein bezauberndes kleines Liebeslied - schrieb Sharon gemeinsam mit ihrem Songwriter-Kollegen Daniel Gibson, und sie singt ihn im Duett mit dem englischen Singer-Songwriter Chris Jones. Eine Radio-Ballade, die der schwarz gekleidete Within-Temptation-Fan erst mal verdauen muss ...
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