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Weezer - Raditude
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29.10.2009
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Erscheinungsdatum: 30.10.2009
Label: Geffen - UID
von Claudia Nitsche
Sie sind und bleiben ein sehr schrulliger Haufen! Die Alternative-Band Weezer hat mit großzügig gerechneten 17 Jahren eine riesige Halbwertszeit. Nach wie vor gibt es von jenem Quartett prima Texte zu holpriger, knochentrockener Musik. Sie tendieren auf "Raditude" Richtung fröhlich poppigen Punk, sie lassen der Gitarre freien Lauf und auch orientalische Wehgesänge zu. Bei dem Musiker-Club aus Los Angeles geht so ziemlich alles.
Eigentlich passen sie nicht in diese Stadt: Man würde Weezer eher in Europa verorten. Sie sind eigentümlich, zelebrieren ihren Stil. Der war schon mal düsterer, weniger gefällig. Einst war "Buddy Holly" der Schunkel-Hit, der die Band vor 15 Jahren aus dem Nichts in die Charts gepustet hat. Weezer verzeifelten nicht am Erfolgsdruck, wahrscheinlich weil sie wussten, dass auch "My Name Is Jonas" oder "Undone - The Sweater Song" mindestens das gleiche Potenzial hatten.
Unbeeindruckt und lässig setzten sie mit ihrem Album "Pinkerton" 1996 ein weiteres Glanzlicht. Danach allerdings gingen erst mal die Lichter aus, und man ging in getrennten Bands unterschiedliche Wege. Das übliche Umbesetzungsspiel, ein variierter Stil im neuen Jahrtausend folgten. So gesehen kehren Weezer mit "Raditude" zum erfolgreichen Ansatz zurück, der sie einst ganz nach oben brachte: Über weite Strecken ist das siebte Album gefällig und unbeschwert, ohne negative Überraschungen. Wer die Band kennt, hat vielleicht genau damit nicht gerechnet.
Auf "Raditude", das in entspannten Jam-Sessions entstanden ist, gönnen sie sich angenehme Geschmeidigkeit und fast aufdringlich gute Laune. Der Gesang ist klar, wirkt wie so oft bei der Band fast aufgesagt, die Texte sind schlau oder witzig, manchmal gar beides. Das heißt, das Album fällt auf hohem Niveau unspektakulär aus und kommt alten Fans entgegen.
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