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Erscheinungsdatum: 30.10.2009
Label: Virgin
von Klaas Tigchelaar
Was braucht man eigentlich für ein gutes Soul-Album? Klar, eine tolle Sängerin, vielleicht gute Gastmusiker, einen schicken Laden zum Aufnehmen ... Auf "Colour Me Free", der vierten Platte der jungen englischen Soul-Sensation Joss Stone, ist das alles jedenfalls vorhanden.
Wer hätte gedacht, dass die mittlerweile 22-Jährige sich derart im Geschäft halten würde, als sie vor ein paar Jahren mit knapp 16 die "Soul Sessions" veröffentlichte. Darauf waren Soul-Klassiker von den 50-ern bis 70-ern in neuem, aber passenden Gewand und die coole Coverversion von "Fell In Love With A Girl" von den White Stripes, die nun plötzlich "Fell In Love With A Boy" hieß.
Auf dem vierten Album, aufgenommen in Mama Stones, dem Live-Club ihrer Mutter in Wellington, muss die Sängerin aus dem englischen Devon nun niemandem mehr etwas beweisen. Ihre Stimme hat sich längst etabliert, und demnach liefert "Colour Me Free" eine professionell durchkalkulierte Mischung aus altmodischen und etwas moderneren Sounds, immer die Vorbilder im Rückspiegel und immer mit dem ehrvollen Respekt vor allzu viel Experiment.
Experiment geht vielleicht so weit, dass Rapper Nas auf "Free Me" sein Organ erklingen lässt, dass Neo-Soul-Bass-Legende Raphael Saadiq, Gitarrenheld Jeff Beck oder die ebenfalls schon zu den fortgeschrittenen Semestern gehörende Schlagzeugfee Sheila E. ihre Künste und vor allem ihr Image für die Platte zur Verfügung stellten. Eine Hommage an die alternden Helden, die Stone aber gar nicht nötig hat. Ein bisschen mehr Innovation und Wagemut würde man sich vielleicht wünschen. Aber das große Publikum verehrt Frau Stone auch so, füllt die Hallen und lauscht ihrer tatsächlich bemerkenswerten Stimme.
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