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Erscheinungsdatum: 01.02.2008
Label: Universal
von Claudia Nitsche
Eine Welle ist eine Welle ist eine Welle. Ebenso verhält es sich mit einem Jack-Johnson-Album. Der Hawaiianer streichelt seine Akustikgitarre und behält seinen unverwechselbar bodenständigen Stil auch auf dem vierten Album bei. "Sleep Through The Static" ist allerdings nicht mehr so blauäugig wie seine Vorgänger - es gibt eine kleine Wolke, die sich vor die Sonne schiebt.
Der 32-jährige Musiker bleibt bei manchen Songs eine Spur ernster als sonst. Dabei war er doch ein so verlässlicher Zulieferer von Lagerfeuerliedern, die den Wunsch nach gemeinsamem Schunkeln, Kuscheln oder Mitsingen weckte. Insofern kann man also eine Weiterentwicklung feststellen. Musste man auf den beiden erfolgreichsten Alben, "On And On" 2003 und "In Between Days" 2005, die Unterschiede mit der Lupe suchen, findet man sie diesmal, nun, auch nicht wirklich leichter, aber immerhin, wenn man sich konzentriert.
Johnsons Musik ist das Spiegelbild seiner Seele, und er, geboren unter hawaiianischer Sonne und leidenschaftlicher, fast zum Profi mutierter Surfer, ist ein sehr ausgeglichener Mensch, hat ein glückliches Privatleben und was er anfasst, wird zum Erfolg. Zudem war Komponieren für ihn entspannendes Hobby neben der Arbeit. Dies erklärt, warum auf seinen Veröffentlichungen nie etwas anderes zu hören war als Lebensfreude, Freude am Leben, verpackt in reduzierten Akustikpop, in schlichte, aber eben nicht plumpe Songs.
Kann man diesem Glückskind, dem einzig die allzeit strahlende Laune zum Verhängnis werden könnte, die deutlich nachdenklicheren Texte als Berechnung ankreiden? Nein, die Tatsache, dass auch über Hawaii einmal die eine oder andere graue Wolke hängt, macht ihn nur sympathischer, denn der Musiker buddelt sich auch in solchen Fällen wieder bis zum Licht durch. Und mag das auch oft in banale Worte gekleidet sein, trifft er mehr als einmal den Nagel auf den Kopf.
2008 präsentiert er sich also mit noch mehr Gefühl, bereits beim Opener "All Ot Once" scheint er im Raum zu stehen, schafft unglaubliche Nähe, hebt die Distanz zum Hörer auf, eine Eigenschaft, die wohl auch zum Geheimnis seines Erfolges gehört. Er wirkt immer wahrhaftig, der nette Nachbar. Und dem gönnt man den Erfolg, zumal er alles richtig macht. Johnson ist Umweltaktivist, hat mit seinem Geld lauter sinnvolle Sachen angestellt, betreibt Tonstudios mit Solarenergie und spendet unentwegt für den Umweltschutz.
Alle, die dieses Gutmenschentum nicht verwirrt, hat er spätestens bei Song drei kritiklos in die Knie gezwungen. So stolziert man dann 54 Minuten gemeinsam durchs Universum, erfreut, dass Jack Johnson einem wieder verständnisvoll übers Haar streicht. Da ein wenig Klavier, irgendwann eröffnet sogar das Schlagzeug einen Song, und ganz hinten in der Ecke eine neue Klangfarbe. In "They Do They Don't" bringt die E-Gitarre kratzig und schwirrend ungewohnt viel Bewegung, schafft einen wabernden Hintergrund. Das ist mal ein ganz anderer Jack Johnson. Aber er wird immer wieder zu seinem Reinhard-Mey-Gesumme zurückkehren. So ist das eben als Perpetuum Mobile des Akustik Pop. Da ist nichts mehr zu stoppen.
Live summt Jack Johnson an folgenden Terminen:
11.07., München Riem, Olympia Reitanlage
12.07., St. Goarshausen, Freilichtbühne Loreley
15.07., Berlin, Kindl-Bühne Wuhlheide
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