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Zap Mama


Zap Mama
ReCreation
Heads Up

Zap Mama - ReCreation

25.06.2009

Erscheinungsdatum: 22.05.2009
Label: Heads Up

von Kati Hofacker

Zap Mama - der Name klingt nach Weltmusikgeschichte. Über 15 Jahre nach dem Debüt möchte die im Kongo geborene Belgierin und Zap-Mama-Mama Marie Daulne ihre afrikanisch-internationale Idee der Musik von starken Frauen in neuem Glanz erstrahlen lassen. "ReCreation" nennt sie das Album folgerichtig - und garantiert 47 Minuten Vokalspaß - mit Unterbrechungen.

"Zap" - der Teil des Projektnamens ist für Marie Programm: "Ich zappe von einer Kultur zur anderen, von einem Instrument zum anderen, von einem Fünferchor zur Formation Band plus Stimme!" Und obwohl die Frontfrau nun verstärkt darauf Wert legt, dass sie höchstpersönlich die Zap Mama ist, scheint ihre musikalische Vorgehensweise doch immer noch sehr demokratisch, lässt sie andere (Chor-)Stimmen zu. Eine ganze Armada von Backingsängerinnen, teilweise aus der Ur-Zap-Mama-Besetzung, verdicken ihre lustigen, englisch und französisch gesungenen, aber am afrikanischen Satzgesang orientierten Vocals. Eine Armee von Instrumentalisten sorgt für Popkompatibilität.

Ein wahrlich buntes Treiben entsteht: Südamerikanische Klänge im Salsabeat ("Hello To Mama"), Popmusik, wie sie auch in den R'n'B-Schmieden in L.A. geschaffen werden ("Do You Wanna"), Schmuselieder ("The Way You Are" mit Bilal, "Non, non, non"), ein witziges Cover ("Parole, Parole" mit dem Schauspieler Vincent Cassel im sexy Dialog) wechseln sich dabei ab. Tochter Kesia Quental eröffnet mit asiatisch hoher Stimme den Titeltrack, ein schwebendes Stückchen Leichtigkeit und Ambientsound, und "Chill Out" und "Vibrations" erinnern an die afrikanischen Roots der Bandgeschichte. Trotzdem wurde letzteres Stück tanzbar und dank der Sounds hypermodern produziert. Auch "African Diamond" mit Tony Allen, Me'shell Ndegeocello am Bass und anderen Sängern spielt mit afrikanischen Versatzstücken. A capella glitzert "Singing Sisters" mit Sylvie Nawasadio und Sabine Kabongo, zwei frühen Zap Mamas, in dem die Stimmen nicht das einzige Mal wie Instrumente, ach, wie Waffen eingesetzt werden.

Ob die Scheibe einem Dauertest standhält oder gar eine Einordnung ins "Liebling-des-Monats"-Regal schafft, wird sich aber erst zeigen müssen. Denn trotz sinnlicher Vokalfülle und den gut gemischten europäischen, amerikanischen und afrikanischen Einflüssen weist "ReCreation" immer wieder Längen auf.

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