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The BossHoss


The BossHoss
Do Or Die
Island

The BossHoss - Do Or Die

25.06.2009

Erscheinungsdatum: 19.06.2009
Label: Island

von Nina Hortig

Indem sie Hits wie Electric Six' "Gay Bar" und "Ca Plane Pour Moi" von Plastic Bertrand in partytauglichen Country verwandelten, begeisterten The BossHoss die Massen und sammelten schnell ganz viele Fans. Dass sie auch mit Selbstgebackenem überzeugen kann, bewies die Berliner Coverband bereits auf dem letzten Album. Dass ihr spezieller Countrycharme allein aber eben auch noch keine Hits macht, zeigt die erste Hälfte ihres neuen Albums "Do Or Die".

Wären The BossHoss Wölfe, so wären sie keine einsamen Wölfe. Nicht nur weil die Größe der Band an ein Rudel erinnert. Es dürfte Frauen schwierig fallen, nicht ihrem "Wolf Call" zu erliegen, so viel Pfiff und Sexyness hat diese Balz-Nummer. Und mit Akustik-Liebeserklärungen wie im darauf folgenden "Close" dürfte es ihnen durchaus gelingen, die Umworbene für mehr als nur eine Nacht zu gewinnen, so viel Herz und sanft klingendes Mandolin-Gezupfe packen die durchtätowierten Raubeine in die Ballade. Ist die erste Leidenschaft erst einmal verklungen, wissen The BossHoss am Abend mit spannenden Geschichten wie "Quick Joe Small" zu unterhalten oder sie bitten zum Tanz wie in "Shake Your Hips". Wenn die Zweisamkeit dann einmal zu viel wird, werden The BossHoss vorübergehend zu ihrer anderen Leidenschaft "Guitars & Cars" flüchten. Doch am Ende besinnen sie sich wieder darauf, wie "Crazy About Mary" sie sind und kehren schnurstracks zu ihrer Liebsten zurück.

Warum diese Rezension erst in der Mitte des neuen Albums beginnt? Weil den ersten acht der 14 Songs eben jene Bindungsfähigkeit leider fehlt. Es gibt ein paar schön-schnelle Countryrocknummern, stellenweise mischt sich ein bisschen mehr Rock in das ihnen so eigene Verständnis von Country. Das Salooninstrumentarium absolviert brav sein Pflichtprogramm. Alles so, wie man es von den Großstadt-Cowboys aus Berlin gewohnt ist und auch erwartet. Man wird also nicht enttäuscht, doch das alles scheint nur dazu zu dienen, um sich warm zu spielen, denn ab "Wolf Call" packen The BossHoss die wirklich interessanten Geschichten aus und heben den Blick auch einmal, um ihn in musikalische Weiten schweifen zu lassen.

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