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Erscheinungsdatum: 13.07.2007
Label: Surrender All - P.I.A.S.
von Jochen Overbeck
Es ist eine Weile her, aber kann nicht oft genug betont werden: James Lavelle leistete mit U.N.K.L.E. in den 90er-Jahren Großes. Das Album "Psyence Fiction" verband auf visionäre Art Elektronik und Indie, zwei Genres, die sich noch damals mit einem Grundefühl irgendwo zwischen Ablehnung und Wurschtigkeit entgegenstanden. Nun haben sie in den letzten Jahren diverse Male und an vielen Orten der Welt geheiratet - insofern ist das mit den Visionen auf jeden Fall Geschichte. Was aber festzustellen bleibt: "War Stories", das dritte Album von U.N.K.L.E., leistet solide Wertarbeit, die aber streckenweise arg am etwas übertriebenen Hang zu Rockismen und Rumgemucke leidet.
Aber darauf wiesen ja die Rahmendaten bereits hin. Aufgenommen in der kalifornischen Wüste. Von Chris Goss, der sonst Acts wie den Queens Of The Stone Age das nötig wilde Klangkleid heranzaubert. Zwar auch mit im gewohnten Umfeld verorteten Gästen - Massive Attacks 3D mischt mit, auch The Duke Spirit und Lee Gorton von Alfie - aber eben auch Ex-The-Cult-Mann Ian Astbury und - da schließt sich der Kreis - Josh Homme.
Lavelle und sein Mitstreiter Richard File legen um all diese Charaktere einen Klangteppich, der vor sieben Jahren besonders gewesen sein mag, heute satt und technisiert produziert, aber dennoch eigentümlich flach wirkt. Da trift recht deftiger Rock auf pathetisches Füllwerk und Kompositionsstrukturen, die eher Stimmungen heraufbeschwören als nah dran am guten Song zu sein. Bedeutet: Die Songs besitzen ganz gut erkennbare Höhepunkte, auf die unweigerlich alles zuläuft - das erinnert manchmal an einen Soundtrack, leider nur an einen mittelmäßigen. Beeindruckend: das feierliche "Keys To The Kingdom", eingesungen von Gavin Clark, "Persons & Machinery" mit seiner Dreampop-Kante und - so was ist ja auch wichtig - das Artwork, für das ebenfalls 3D verantwortlich zeichnete.
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