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Erscheinungsdatum: 09.11.2007
Label: J Records / Sony BMG International
von Kati Hofacker
Dass Alicia Keys nicht nur hübsch ist, sondern eine ernst zu nehmende Musikerin, ruft sie uns gleich im Klavier-Intro ihres neuen Werks "As I Am" wieder ins Gedächtnis. Immerhin wartete Alicia vier Jahre lang, um mit ihrem neuen Studio-Longplayer herauszukommen, ein Äon in der Popwelt und ein Grund, ihre Vita kurz noch einmal abzurufen: Die in New York geborene Alicia J. Augello-Cook ist inzwischen trotz ihrer zarten 27 Jahre ein alter Soulhase. Ihr Erstling "Songs In A Minor" und ihre gefühlsechte Singleauskopplung "Fallin'" evozierten Begeisterungsstürme - sowohl in der R'n'B-Community der leichteren Gangart, als auch bei intellektuell darbenden und suchenden Soulfreaks älterer Semester. Dazu kam ihr Können, das extrem gute Aussehen, ihr Ethno-Mix als Tochter eines afro-amerikanischen Flugbegleiters und einer irisch-schottischen Musicalsängerin mit italienischem Erbe sowie ihre Kenntnisse der klassischen Klavierliteratur. Alicia hat einfach alles: Soul, Stimme, Klasse.
Nebenbei reist Alicia nach Afrika, engagiert sich für diverse Wohltätigkeitsprojekte und startet eine erfolgreiche und doch unaufgeregt leise Schauspielkarriere. Eine sympathische Zeitgenossin, die nie viel Aufhebens um sich macht, obwohl sie es sich dank ihres hohen Qualitätsniveaus, das sie liefert, leisten könnte.
Auch diesmal bezaubert Alicia Keys durch Soul mit künstlerischem Anspruch, verbindet Hüfte und Hirn. Allerdings hat man den Eindruck, dass sie beim Songwriting diesmal weniger Musen geküsst haben als früher, wo ihr offensichtlich der komplette Neunersatz aller Zeus-Töchter zur Verfügung stand. Trotzdem bewegt sich "As I Am" auf deutlich höherem Niveau als 99 Prozent der derzeitigen anderen Black-Music-Veröffentlichungen aus den USA. "Sure Looks Good To Me" und "Superwoman" spielen mit Beatles-Reminiszenzen. Lässige, fast hemdsärmlige Tracks wie "Tell You Something" oder "Lesson Learned" (auf Letzterem gastiert John Mayer) sind Seelenbalsam. "Wreckless Love" zeigt Alicia als die bluesig-melancholische und doch sexy, stimmfeste Soulikone, die sich wohlverdient in die schillernden Höhen des Nu-Soul-Göttinnenhimmels katapultierte. "I Need You" könnte für volle Tanzflächen sorgen und Megaschnulzen wie "The Thing About Love" oder "Prelude To A Kiss" zeigen, wie wohlklingend echte Melancholie sein kann. Leider wurde mit "No One" nicht die beste Single-Nummer herausgesucht, sondern mal wieder die massentaugliche Radiolandschaft als Auswahlkriterium vorgezogen. Aber der Song sollte Soulfreunde nicht davon abhalten, sich ins Album hineinzuhören. Es lohnt sich.
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