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Erscheinungsdatum: 23.10.2009
Label: Emarcy - Universal Classics & Jazz
von Kati Hofacker
Seit jeher bewegt sich die norwegische Sängerin Rebekka Bakken angenehm zwischen akustischem Folk, Blues, Jazz mit Rotlichtbar-Appeal und glasklarem Pop. Mit "Morning Hours" ist ihr ein weiteres wundervolles Album gelungen. Das nicht nur für klare, taubenetzte Morgenstunden, sondern auch für melancholische Herbstabende bestens geeignet scheint.
Eigentlich müssten sich die Piano spielenden Sängerinnen Norah Jones und Rebekka Bakken ein ständiges Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. Zwar klingen sie nicht wirklich ähnlich, aber der gehobene Anspruch und die sanfte, liebenswert ruhige Gangart ihrer Songs, der raffiniert ausbalancierte elegante Tanz zwischen Jazz, Folk, Blues und Pop atmen dieselben Grundwerte, dieselbe Ahnung und Idee von Musik. Norah ist etwas bluesiger als Rebekka, Rebekka kann dafür so schön kehlig-klar Richtung Beth Orton abdriften. Erstere kam 2002, Rebekka 2003 mit dem ersten Soloalbum. "Come Away With Me" hieß Norahs Debut und das produzierte ein gewisser Craig Street, der nun auch für Rebekkas "Morning Hours" an den Reglern saß. Seltsame Zufälle ...
Wollte man so endlich die Tatsachen zurechtrücken, die Ungerechtigkeit, die Norah einen kometenhaften Aufstieg beschied? Der natürlich ihrer amerikanischen Herkunft und dem berühmten Papa, Sitarlegende und Beatles-Freund Ravi Shankar, zu verdanken war? Rebekka hingegen stammt aus Norwegen von Eltern ab, die niemand kennt. Mit Craig Street jedenfalls könnte sie endlich ein besseres internationales Entree hinlegen. Verdient hätte sie es schon länger.
Denn ganz abgesehen von unnötigen Vergleichen zaubert Bakken nicht nur nette Schmusesongs, sondern auch dynamische Momente mit Countrygitarre und zweistimmigen Gesängen ("Not A Woman", "Like Cologne", "Contents Of My Heart"), glasklare, nordisch-fjordige Popsongs mit jazzigen Einsprengseln ("Sometimes", "No Easy Way", "Another Mother"), eine ganze Reihe nostalgischer Country-Melancholien mit einem Hauch Bottleneck, dazu ein wenig Blues ("Powder Room Collapse") und natürlich schlichte, süße Balladen ("If You Don't Ask For More", "I Can Always Forget", "You"). So wurde dank oder trotz Street ein weiteres schönes, kristallklares und taufrisches Album voller intimer Momente und melancholischer Ecken gezaubert. Vielleicht etwas zu amerikanisch - wen wundert's - aber schön.
Rebekka Bakken auf Deutschland-Tournee
25.11., Mainz, Frankfurter Hof
26.11., Köln, Gloria
27.11., Hamburg, Fabrik
28.11., Berlin, Quasimodo
29.11., Dresden, Schlachthof
12.01.2010, Friedrichshafen, Bahnhof Fischbach
13.01.2010, Offenburg, Reithalle im Kulturforum
14.01.2010, Koblenz, Café Hahn
15.01.2010, Darmstadt, Centralstation
16.01.2010, Mülheim, Stadthalle
17.01.2010, Oldenburg, Kulturetage
19.01.2010, Osnabrück, Lagerhalle
21.01.2010, Worpswede, Music Hall
22.01.2010, Kiel, Kulturforum
23.01.2010, Hannover, Raschplatz
24.01.2010, Soest, Alter Schlachthof
26.01.2010, Erlangen, E-Werk
27.01.2010, Leipzig, Spiegelpalast
28.01.2010, Lübeck, MuK
29.01.2010, Hameln, Hefehof
30.01.2010, Kreuztal, Stadthalle
04.02.2010, Trier, Arena
05.02.2010, Karlsruhe, Tollhaus
06.02.2010, Stuttgart, Theaterhaus
07.02.2010, Murnau, Kulturzentrum
12.02.2010, München, Muffathalle
13.02.2010, Mannheim, Alte Feuerwache
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