Yahoo! Services

Account Options

Neuer Nutzer? Registrieren Abmelden Hilfe

Yahoo! Search

 

Miike Snow


Miike Snow
Miike Snow
Columbia

Miike Snow - Miike Snow

22.10.2009

Erscheinungsdatum: 23.10.2009
Label: Columbia

von Klaas Tigchelaar

In Schweden ist alles möglich. Die zwei Erfolgsproduzenten von Bloodshy and Avant schnappten sich kurzerhand den sehr smarten Songwriter Andrew Wyatt aus New York und zauberten unter dem Namen "Miike Snow" mal eben ein Hitalbum zwischen allen Nischen.

Tja, wer Songs für Kylie Minogue, Jennifer Lopez, Ms. Dynamite, Kelis oder Britney Spears (unter anderem die tolle Single "Toxic", an der sie als Co-Autoren und Produzenten tätig waren) abgeliefert hat, dem muss man wohl ein gewisses Verständnis für den geschmierten Musik-Zirkus attestieren. So erscheint es zunächst zwar ein wenig verwunderlich, dass die Buddies aus Göteborg, Christian Karlsson und Pontus Winnberg, aka Bloodshy and Avant, aka zwei Drittel von Miike Snow, nun selbst als Künstler in Erscheinung treten. Andererseits ist es bei genug Geltungsbedürfnis nur eine Frage der Zeit, bis die gefeierten Knöpfchendreher auch mal zeigen wollen, wie sie das ohne dicken Namen in die Tat umsetzen können.

Miike Snow ist eingängig, klar. Der Opener "Animal", der gleichzeitig die erste Single darstellt (und im Nu von Crookers, Treasure Fingers, Fake Blood und sogar von Produzent/DJ Mark Ronson in einen Re-Mix überführt wurde) hat alles, was einen schlank-produzierten, zeitgeistig-schicken Hit auszeichnet: Popcorn-Schlagzeug, eine angenehm-warme Coming-Of-Age-Gesangsstimme und eine dicke Lage Tanzflächen-Zuckerguss. Karlsson und Winnberg strickten noch weitere zehn Songs für ihr Debüt, die alle mit Sicherheit gesunden Underground-Fame einfahren werden, aber den Charts, in denen sie sich sonst hinter den Kulissen tummeln, vorbehalten bleiben.

Mehr als ein mal erinnert das an das Geheimtipp-Seitenprojekt The Dissociatives von Silverchair-Frontmann Daniel Johns. Es spielt geschickt mit chartstauglichem Elektrosound, überzeugenden Melodien und passendem Instrumentarium zwischen niedlich und verzerrt, das wahlweise aus Orgeln, Synthis oder ganz ordinärem Klimperkram aus der Kinderspielzeugabteilung zu stammen scheinen. Gleichzeitig hält Miike Snow aber auch so eine Schlauberger-Mentalität bereit, die weit über eindimensionale Tanzhits hinausgeht und auch durch Wyatts poetisch-reflektierende Texte erneut Fragezeichen aufsetzt. Rock-Mechanismen werden in die klanglichen Gestaltungsmöglichkeiten des neuen Jahrtausends übertragen, sauber und nicht ohne Spitzfindigkeit zusammengezirkelt muss das eigentlich jeden irgendwie berühren können.

Miike Snow auf Deutschland-Tournee

16.11., München, Atomic Cafe

17.11., Berlin, Lido

18.11., Hamburg, Uebel & Gefährlich

Mehr zu Miike Snow

Weitere CD-Kritiken bei Yahoo! Musik...