Queens Of The Stone Age


Queens Of The Stone Age
Era Vulgaris
Interscope - UID

Queens Of The Stone Age - Era Vulgaris

05.07.2007

Erscheinungsdatum: 08.06.2007
Label: Interscope - UID

von Claudia Nitsche

Ende neu. Die Queens Of The Stone Age sind nicht eben eine Band, der man eine permanente Neuerfindung ihrer selbst unterstellen würde. Für Josh Homme, den einzig verbliebenen Menschen, der faktisch Queens Of The Stone Age ist, stellt sich das anders da. Er sei nicht reaktionär genug, sich zu wiederholen, sagt er. Diesmal, bei "Era Vulgaris", hört man die Unterschiede.

Sie sind gewagter, die Songs lehnen sich weiter aus dem Fenster, grüßen in alle möglichen Richtungen. "Era Vulgaris" erstreckt sich von Psychedelic bis zum Piano, von Elektronic über Pop zu einem Nirvana-Intro ("3s & 7s"). Um neuen Input ist dieses fünfte Werk wahrhaft nicht verlegen.

Facettenreich wäre wohl der richtige Begriff. Der alte Fan wird stutzen, aber sich besänftigen lassen, wenn die Band live noch ordentlich rockt. Dann ist vergessen, dass dieses Album "feminine Züge" hat, wie der Frontmann erklärt. Dabei sei er in der zehnjährigen Geschichte dieses Künstlerprojekts noch nie so blank ins Studio gegangen, mit nur einer einzigen konkreten Idee. Mark Lanegan kam dazu, Trent Reznor, Chris Goss und Julian Casablancas von den Strokes. Das röchelnde Schlagzeug, der glasklare Gesang und grandiose Einfälle wie die Vorabsingle "Sick, Sick, Sick" passierten einfach so.

Elfmal trauen sich QOTSA Neues, was zu einem Ergebnis führt, das selbst der Chef ein "zeitgemäßes und modernes Album" nennt. Das mit dem Fortschritt ist immer ein Risiko, wenn man einst als Retter des Rocks gefeiert wurde. Dann wünscht der Hörer, der Schuster möge bei seinen Leisten bleiben. Doch der Stoner Rock - oder Robotic Rock, wie Homme es nennt - lässt sich nicht so schnell totschlagen wie der Grunge seinerzeit. Zehn Jahre wird hier schon der Wüstensound variiert. Und der Begriff "variiert" beinhaltet eben, dass Draufhauen allein nicht genug ist.

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