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Erscheinungsdatum: 14.08.2009
Label: Young Turks - XL Recordings - Beggars Group
von Eric Leimann
Achtung: Hier kommt das vielleicht beste Album des Sommers, mit Sicherheit aber das beste Debüt im bisherigen Jahr 2009. The XX aus einem bürgerlichen Viertel Südwest-Londons sind mit ihren 19 Jahren eigentlich zu jung, um diese großartigen Songs aus erhabenem Minimalismus tatsächlich erfunden zu haben. Dazu scheinen Attitüde und Styling viel zu sehr nach Achtziger-Hype zu schreien, um der Musik dahinter wirklich zu glauben. Und doch ist es wahr: In den wunderbar melancholischen Mädchen-Jungs-Duetten treffen My Bloody Valentine und Aaliyah oder auch The Cure und TLC aufs Großartigste zusammen.
Auf der myspace-Seite von The XX kann man gleich zwei Covers hören, die zwar nicht auf dem Debütalbum vertreten sind, aber viel über die ästhetische Idee dieser Band verraten: der Womack & Womack-Hit "Teardrops" in Joy-Division-Ästhetik und Aaliyahs "Hot Like Fire", von dem man sagen kann, dass Hochglanz-R'n'B wohl noch nie so traurig und verloren klang. Die vier Schulfreunde Oliver (Gesang, Bass), Romy (Gesang, Gitarre), Baria (Gitarre) und Jamie (Produzent, Drums, Samples) besuchten dieselbe Schule, in der vor nicht allzu langer Zeit auch Hot Chip ihren Abschluss zimmerten. Es scheint einen guten Musiklehrer dort zu geben, zumindest aber viel Raum für Kreativität.
Die Musik von The XX klingt wie ein fernes Echo der 80er-Jahre: Young Marble Giants, die frühen The Cure, natürlich Joy Division. Das Beste dieser Bands, gemixt mit unterkühltem Soul, produziert eine Spannung, wie man sie seit den ersten Stilspreizübungen von Massive Attack oder Tricky nicht mehr gehört hat. Eine fast schon verdächtig wirkende Coolness, die aber dennoch anrührt. Doch um es noch einmal klarzustellen: Das hier ist viel mehr als eine nette Crossover-Idee. The XX schreiben so kluge und wunderschöne Musik, dass man es kaum glauben mag.
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