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Erscheinungsdatum: 16.11.2007
Label: Rhino - Warner Music
von Alexander Diehl
Mit der Veröffentlichung von "Operation: Mindcrime II" stieg das Interesse an Queensrÿche signifikant an. Plötzlich waren sie wieder titelseitenreif, der Nachfolger zum Meilenstein hatte alte und neue Fans geweckt. Verständlich, wenn dieser Aufmerksamkeitsgrad auf Teufel komm raus bis zum nächsten, bereits angekündigten Studioalbum gehalten werden will. Ergo folgten ein sinnvoller Live-Mitschnitt sowie eine wenig sinnvolle Best-Of. Was als Überbrückungsmittel bleibt, ist "Take Cover".
Die Modeerscheinung des öffentlichen Tributzollens ist eine umstrittene, und auch die bislang eher cover-scheuen Amis bekommen es nicht auf die Reihe, aus einem Patchwork an mehr oder minder gelungenen Interpretationen einen wärmenden Mantel auf dem Niveau einer selbst komponierten Platte zu nähen. Dass sich "Take Cover" bei den unterschiedlichsten Stilrichtungen bedient, bedeutet im Umkehrschluss leider auch, dass die Platte schlingert wie ein Schiff im Orkan.
Dabei geht die Rechnung "bekannte Gewässer ist gleich sichere Fahrt" nicht auf. "Welcome To The Machine" von Pink Floyd wird von den Gitarren wunderbar in das eigene Territorium getragen. Dagegen lässt "Innuendo" die Magie des Originals vermissen. Es tut fast weh, mitanhören zu müssen, wie der großartige Geoff Tate als Sänger enttäuscht. Gut, er ist gegen Freddie Mercury angetreten, das relativiert die Lage. Und anderen kann er mehr als nur das Wasser reichen. "Red Rain" von Peter Gabriel erweist sich als maßgeschneiderter Anzug für die gesamte Band, auch "Heaven On Their Minds" aus "Jesus Christ Superstar" ist eine gut gewählte Vorlage. Und vor dem Hintergrund der "Operation: Mindcrime"-Konzeptalben eine durchaus schlüssige.
Was auf das seltsame, zwischen Rhapsody-Schwulst und Bocelli pendelnde "Odissea" (Carlo Marrale & Cheope) sicher nicht zutrifft. Auch "For The Love Of Money" (The O'Jays) mutet wie ein Beitrag zu einem unterirdischen Tribute-Album an, und "For What It's Worth" (Buffalo Springfield) stand Jack Blades und Tommy Shaw auf deren diesjähriger Huldigungsplatte besser zu Gesicht.
Die obligatorische Fußnote für solche Kisten wie "Take Cover": Selbst anhören, über die einzelnen Titel lässt sich hervorragend streiten. Und vielleicht braucht der ein oder andere ja tatsächlich "Neon Knights" mit Geoff Tate statt Ronnie James Dio oder eine zehnminütige Live-Version von U2s "Bullet The Blue Sky".
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