You Pretty Thing


You Pretty Thing
Tune In
Bon Voyage Records

You Pretty Thing - Tune In

11.02.2008

Erscheinungsdatum: 01.02.2008
Label: Bon Voyage Records

von Nina Hortig

"Ein hübsches Ding" wird einem da versprochen. Ein ziemlich vollmundiges Versprechen, das leider in keinster Weise gehalten wird. You Pretty Thing - das sind die Australierin Jayney Klimek und der Berliner Andreas Schwarz-Ruszcynski alias Blacky. Mit "Tune In" debütieren die Sängerin und Komponistin - Jayney arbeitete bereits mit Tangerine Dream und Paul van Dyk zusammen - und der Instrumentalist Blacky (Kooperationen mit den Pet Shop Boys und Boy George) als Duo auf dem Popmarkt. Den wollen sie mit erotischen Beathäppchen erobern. Nun ja: Der Grat zwischen erotisch und billig ist ein schmaler.

Jayney nimmt kein Blatt vor den Mund. Sie sagt es gerade heraus: Sie will angeheizt und genossen werden, sie will spielen, nur was? Da ist von Weichteilen und Pussys die Rede. "Sei doch nicht schüchtern", fordert Jayney mit ihrer erotisch-tiefen Stimme. Poetisch ist das nicht unbedingt, eher platt. Die Kunst, mit Worten zu spielen, spricht nicht gerade aus diesen recht offensichtlichen Texten. Auch musikalisch dümpelt das Album an der Oberfläche, zappelt irgendwo zwischen Arschwackel-Diskopop und nervösen Hintergrundbeats.

Das Gesumme und "Bang Bang" in "Bang Bang Betty" nervt. Auch der titelgebende Refrain "Turn On Tune In" wird wieder- und wiedergekäut, bis er einem beinahe aus den Ohren quillt. Anmachen soll das "hübsche Ding" wohl. Doch zu direkt ist die Sprache, die Schminke zu dick aufgetragen, nicht nur bei Sängerin Jayney. Das Ganze wirkt so billig wie das Leopardenmuster auf Jayneys Oberteil. Viel Pussy, wenig dahinter. Wenigstens einen witzigen Einfall hatten die beiden: Bei "Get Down Pussy" glüht - wenn auch nur am Ende - für kurze Zeit ein Fünkchen Originalität. Wenn es auch außer Frage steht, dass Jayney mit "Pussy" vermutlich keine Katze meint, ist das Katzenschnurren am Ende des Songs eine doch recht nette Überraschung.

Einzig der Opener "Push It", mit dem das Album im "Bedroom Mix" auch wieder schließt, kann was reißen. Besonders schön und zum ersten Mal wirklich sinnlich sind hier die zarten Backgroundchöre. Ansonsten wird viel gestöhnt und "Push it, push it, a ha" gehaucht. Ein bisschen provozieren, aber bitte nur keinen Ärger! You Pretty Thing erinnern ein wenig an einen poppigen, entschärften Peaches-Verschnitt, nur ohne Peaches Mut und Authentizität.

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