Zascha Moktan


Zascha Moktan
The Bottom Line
Urban / UDD

Zascha Moktan - The Bottom Line

10.04.2008

Erscheinungsdatum: 14.03.2008
Label: Urban / UDD

von Nina Hortig

Sie könnte die kleine, deutsche Schwester von Alicia Keys sein, so viel Soul hat Zascha Moktan in der Stimme. Mit ihr tourte Zascha bereits durch die USA. Dort war man so begeistert, dass schon kurze Zeit später ein amerikanischer Plattenvertrag auf dem Tisch lag. Karriere in den Staaten? Der Traum eines jeden Musikers. Zascha ließ ihn platzen, um in ihrer Heimat klein anzufangen. Moment mal: klein? Nicht mit so einer großen Stimme.

"The Bottom Line" lautet der Titel zu Zascha Moktans Debütalbum, was so viel bedeutet wie "Endresultat", und das ist ein äußerst zufriedenstellendes. Nicht nur ein Lied auf der Platte ruft nach Dauerrotation im Radio. "Sing Me A Song" versprüht so viel gute Laune, dass man diesen Track gerne mehrmals täglich hören würde. Der Beat geht in die Beine, und die Rasseln verleiten zum Zappeln.

Über weite Strecken erinnert die Musik mit ihren Bläser- und Streicherarrangements an den Soul der 70-er. Dann wieder erklingt eine pappig süße Ballade wie "All My Life" mit softem Klaviergeklimper und dramatischen Streichern, die mit dem Popkitsch einer Celine Dion überzogen zu sein scheint. Liebeskummer wird von traurigem Blues begleitet, und einen gewissen "Danny" versucht Zascha mit geschmeidigem Groove aus der Reserve zu locken.

Vielseitig nennt man das wohl. Und obwohl nicht alles aus der Wundertüte nach dem eigenen Geschmack sein mag, wie eben jener zuckersüße Kitsch, beeindruckt Zascha Moktans chamäleonhafte Wandlungsfähigkeit - von der Art, wie sie mit ihrer Stimme spielt, einmal ganz abgesehen. Nicht zuletzt sie dürfte Kritiker zum Schweigen bringen. In der zierlichen Deutsch-Inderin steckt ein bombastisches Organ. Ob mit kindlicher Unschuld, schwül-erotischem Raunen oder einfach der vollen Soul-Dröhnung - Zascha verleiht jedem Song einen eigenen Charakter.

Das Schöne neben Zaschas Stimme ist die Tatsache, dass sie sich als richtige Künstlerin sieht. Da versteht es sich von selbst, dass sie ihre Songs selbst schreibt. Den letzten Schliff verpassten dem Album Londons renommierteste Produzenten und Musiker, die bereits mit Stars wie Amy Winehouse, Joss Stone und Mary J. Blige arbeiteten. "The Bottom Line" ist für ein Debüt ein ziemlich ausgereiftes Stück schöner Musik. Zascha Moktan klingt weniger wie eine Einsteigerin, eher wie ein alter Hase.

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