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Erscheinungsdatum: 16.11.2007
Label: We Are Free
von Barbara Wopperer
Die Lobpreisungen, die aus Amerika über den Atlantik zum Debüt der Yeasayer herüber klingen, sind lautstark. Innovativ sei die Musik, aufregend, abwechslungsreich. Nun ist es immer eine zweischneidige Sache mit dem vorauseilenden Ruf: je höher das vernommene Lob, desto höher die Erwartungen. Für "All Hour Cymbals" wird das jedoch nicht zum Problem, dieses Album hält, was sein Ruf verspricht.
In neun kleinen, feinen Songs legen die Jungs aus Brooklyn in der Tat ein beeindruckendes Debüt vor. Das Spektrum reicht von klassischem Indie-Klang, über afrikanische Einschläge bis zum hymnenartigen Chorgesang. Wenn beim ersten Song - "Sunrise" - langsam die Struktur aufgebaut wird, der Rhythmus sich vom Klatschen zum Trommeln, die Melodie vom Meditativen zum Choralen steigert, dann hört man hier wirklich die Sonne aufgehen. Die Musik der Yeasayer springt ansatzlos und ohne Stolpern vom psychedelischen Klang der späten Beatles zum euphorischen Sommergefühl der Bee Gees und nimmt den Hörer dabei stets an der Hand. Man kann gar nicht anders, als hineingezogen zu werden, in diese Welt aus Klang und Rhythmus. Und wenn in der Mitte vom dritten Lied die Musik fast vollständig verstummt, um dem Chorgesang die Bühne zu überlassen, dann schleicht sich unweigerlich eine Gänsehaut über den Nacken, wie wenn einem im Sommer ein leichter Windhauch über den Hals fährt. Gäbe es nicht doch ein paar Schwächen, ein paar Momente, in denen der Chorgesang ein Weilchen zu lang, ein wenig zu sehr nach Kirchengesang anmutet, in denen die Melodik ins Belanglose abdriftet, dann wäre "All Hour Cymbals" fast schon unheimlich in seiner Gelungenheit. So bleibt es menschlich, mit Stärken und mit Schwächen. Alles in allem kein Wunder, aber ein wundervolles Stück Musik - nicht mehr, aber vor allem nicht weniger.
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