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Erscheinungsdatum: 26.01.0007
Label: V2/rough trade
von Claudia Nitsche
"A Thing Happens" ist ein Satz, der von Schlichtheit kündet. Entsprechend wabert der Instrumentaltrack durch den Raum, unentschlossen, was er sein will, klassisch inszeniert mit Geigen oder doch modern im Sinne von Underworld. In erster Linie ist er aber von Understatement geprägt, das auch dem zugehörigen Film entspricht. Anthony Minghella ist als Regisseur ein großer Erzähler, inszenierte in der Vergangenheit "Der englische Patient" und "Unterwegs nach Cold Mountain". Bei einem wie ihm, einem großen alten Mann des Films, gibt es keine Trends. Er will genau hinsehen und Gefühle begreifbar machen. Kleine Dinge mit großer Wirkung. Während Golden-Globe-Winner "Babel" von Alejandro González Iñárritu das gerade einer breiten Öffentlichkeit erklärt, hat Minghella einen eigentlich ebenso großen Film geschaffen, doch der privatisiert viel mehr: "Breaking And Entering".
"Breaking And Entering" durchleuchtet Beziehungen, zeigt die Menschen (Jude Law und Robin Wright-Penn), die still verzweifeln, laut streiten und nicht wissen, ob Neues Abwege oder Lösungen bietet. Während "Babel" übergroß ist, bleibt "Breaking And Entering", der im Lauf des Jahres bei uns starten wird, bescheiden. Der Soundtrack ist von Underworld geprägt, majestätisch und doch unauffällig umschmeichelt er die Bilder, gibt ihnen eine eigenwillig spannende Stimmung, will aber nicht auffallen, kein Aufhebens von sich machen. Die Kollaboration zwischen Underworld und Gabriel Yared pocht, um den Herzschlag und die Anspannung der Menschen zu beschreiben, reitet neben ihnen, wenn sie loslaufen, um irgendetwas zu tun. Das rechte Maß an Zurückhaltung ist Yareds Sache ja eigentlich nicht, doch in dieser Flexibilität zeigt sich die Größe dieses sehr aktiven Komponisten, der für den Score zu "Der englische Patient" den Oscar erhielt.
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