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Erscheinungsdatum: 26.01.2007
Label: Inkubator/Soulfood
von Jochen Overbeck
"Wir haben alle eine unglaubliche Angst davor, ans Telefon zu gehen", erzählt Young-Knives-Sänger Henry. Und das erklärt vielleicht ein bisschen, warum die Young Knives vor bald fünf Jahren eine durchaus beachtliche EP veröffentlichten, danach aber erst einmal rein gar nichts rissen. Für die durchaus interessierten Plattenfirmen waren die Briten schlichtweg nicht erreichbar. Schön, dass es doch noch geklappt hat: "Voices Of Animals And Men" ist eine spannende Platte, die sich irgendwo zwischen Blur, Elvis Costello und dem frickeligeren Britpop der Jetztzeit positioniert.
Und dafür, dass das alles Hand und Fuß hat, sorgte niemand Geringeres als Andy Gill (Gang Of Four), der die Platte ziemlich großartig produzierte: rumpelig, was das Schlagzeug angeht, zuckersüß die Vocals, die Gitarre genau an der richtigen Stelle. So wird der Charme der Young Knives nie erdrückt, was in den ruhigeren Songs am ehesten auffällt - etwa im famosen "Hollow Line". Auf der Tanzfläche werden freilich andere Songs funktionieren - zum Beispiel "Loughborough Suicide", das die wohl schönsten Gesangsarrangements der Platte besitzt, die sehr up to date klingende Single "Here Comes The Rumour Mill" oder "She's Attracted To" mit seinem unwiderstehlichen Basslauf und dem hübschen Storytelling.
Und das ist eben das Schöne an dieser Band: In den einzelnen Songs steckt eine Liebe zum Detail, die sich viel vom gewitzten Wave der Spät-70-er ausleiht, aber nicht verzettelt. Ein Lichtblick, wenn man all das Einfältige beobachtet, das uns momentan als nächstes großes Ding von der Insel verkauft wird.
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