Ultrafair


Ultrafair
Alles Rogers, Onkel Heinz?!
Kidnapmusic/Cargo

Ultrafair - Alles Rogers, Onkel Heinz?!

09.01.2007

Erscheinungsdatum: 12.01.2006
Label: Kidnapmusic/Cargo

von Jochen Overbeck

Das beste an "Alles Rogers, Onkel Heinz?!" sind die ersten 30 Sekunden. Die klingen wie eine Mischung aus den frühen Lemonheads und Dinosaur Jr. Und auch wenn sie danach auf Deutsch weitermachen: Ultrafair bleiben im Fahrwasser einer Zeit, die längst vergangen, aber dennoch so schlecht nicht ist. Gepaart mit deutschen Texten tun sich da Assoziationen auf, die ebenfalls nicht falsch sind. Boxhamsters. Muff Potter. Vielleicht noch der unlängst ebenfalls veröffentlichte Raketenhund. Der hatte aber mit "Walking On Zahnfleisch" den besseren Albumtitel. Onkel Heinz ist echt nicht so inspirierend.

Doch keine Sorge. Die Funpunk-Alarmleuchte, die sich hier so schnell zu drehen leucht, geht schnell wieder aus und bleibt das zumindest meistens. Ultrafair sind sympathische Hools, die nicht jeden Ton treffen und darüber singen, in der Businessclass eines Thailand-Fluges einfach nur unglaublich viel zu trinken und sich ein bisschen in die Stewardess zu verknallen. Es sind die kleinen Themen des Lebens, die hier durchdekliniert werden. Warten, der Volvo Kombi der Schwester, irgendwelche Nachbarn und was aus denen mit der Zeit so wird, und so ein bisschen auch zumindest am Schluss die Liebe. Doch der Alltag wird eben nicht banalisiert und weichgespült und auch nicht mit irgendwelchen Allerweltsmelodien abgefedert, sondern bleibt eher irritierend, etwas durch das man stolpert. Und nach 36 Minuten ist das alles vorbei. Passt gut - streng genommen ist das Leben ohnehin nur eine Aneinanderreihung kurzer Irritationen.

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