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Erscheinungsdatum: 19.10.2007
Label: Verve
von Daniel Heim
Die Zeiten, in denen Dana Elaine Owens ihre Strophen auf mächtige Instrumentals losließ, gehören der Vergangenheit an. Das Rap-Mikro hängt am Nagel. Vielleicht weil es sich für eine 37-Jährige nicht schickt, eine Männerdomäne aufzumischen, die wie kein anderer Musikstil für Ruppigkeit und Rücksichtlosigkeit steht. Vielleicht auch, weil es schon immer der heimliche Wunsch Queen Latifahs war, gefühlvoll über Jazzarrangements zu phrasieren anstatt tight zu spitten. Können tut sie beides. Bereits 2004 erschienen mit "The Dana Owens" Album die ersten Interpretationsversuche klassischer Jazzstandards. Nun, mit "Trav'lin' Light" erscheint ein Nachfolger, der suggeriert, dass die gewichtige Künstlerin endlich ihre musikalische Heimat gefunden hat.
"Trav'lin' Light" ist ein perfektes Jazz-Album. Weil es neben Melancholie heitere Momente liefert, dann aufbraust, zu mächtigem Soul wird, es bluesigem Rock Raum lässt, um doch wieder auf ganz vorsichtigen Pianoanschlägen innezuhalten, und, weil es fehlerlos produziert ist. Für den Rhythmus an den Drums sorgten Abe Laboriel, Jr. und Jeff Hamilton, für die tiefen Rundungen die Bassisten Mike Valerio oder Christian McBride. Melodie gebend an den Gittarren waren Paul Jackson, Jr. oder Michael Landau, am Keyboard George Duke oder Joe Sample, nur um einige zu nennen. Perfekt besetze Strings, Brass, Woodwinds und die stimmgewaltigen Background-Sängerinnen sorgten für eine Qualität, die die Produzenten Ron Fair, Tommy LiPuma und Marc Shaiman die Arbeit an diesem Album ganz leicht machten.
Natürlich wäre es vermessen, die Queen ab sofort in eine Reihe mit den großen Damen der Gilde zu stellen, jedoch entpuppt sich die Gesangsstimme der New Yorkerin als warmes und schweres Organ, das sich mütterlich-beruhigend in den Gehörgang massiert und unverkrampft an die Kompositionen von Nina Simone, Mann Curtis oder Harry Rosenthal herangeht. Für das I-Pünktelchen sorgte der als einziger Feature-Gast ausgewiesene grosse Meister des Soul und Jazz: Steve Wonder bläst die Mundharmonika auf Georgia Rose.
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