Irene


Irene
Apple Bay
Labrador/Broken Silence

Irene - Apple Bay

13.11.2006

Erscheinungsdatum: 13.11.2006
Label: Labrador/Broken Silence

von Jochen Overbeck

Das Cover ist dann wohl eines der schönsten des Jahres und lässt die unumstoßbare Tatsache, dass das mit dem Sommer zumindest für 2006 over ist, in weite Ferne rücken: "Apple Bay" zeigt mehr oder weniger Leute, die flankiert von Schilf und Sand in den Dünen sitzen, während die Sonne leise Servus sagt. Hach. Und die Musik klingt genauso: Irene aus Schweden mischen Sixties-Soul, Kammerpop, Indie und großartiges Songwriting zu einem Stil mit immens hohem Wiedererkennungswert.

Im Intro "Simple Chords" mit seiner Elvis-Gedächnis-Melodie hört man dann auch die Wellen auf den Strand schlagen. Und so vom Feeling her bleiben die Schwedenkids da sitzen, hindern die Nacht am Einbrechen. Irene schreien nach dem Sommer, und dabei helfen die üblichen Verdächtigen: Handclaps, Bläser, Uuh-Uuhs, Hammondorgeln und all der andere herrliche Kram, den man eher in den 60er-Jahren ansiedeln würde als in der Jetztzeit. Aber eine gewisse Melancholie grätscht eben auch noch rein, und die speißt sich aus zweierlei. Einmal haben Irene den Soul, und der ist ja naturgemäß eine eher herzergreifende Sache. Und dann haben die schon auch die Smiths gehört.

Zusammengefasst gibt das zwölf Songs, die sich auf nicht einmal eine halbe Stunde drängeln. Einigen, zum Beispiel "Stardust" hätte man schon noch die eine oder andere Strophe gegönnt. Anderen - hier sei "Little Things (That Tear Us Apart)" zu erwähnen, funktionieren gerade wegen ihrer Kompaktheit. Was aber alle Stücke gemein haben: Langweilig wird's nie, beschwingt bleibt's immer. Die einzige Sünde dieser CD ist ihre Veröffentlichung im kalten November. Bitte im Mai daran erinnern, dass die mit zu den ersten Ausflügen an den Baggersee kommt!

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