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Erscheinungsdatum: 03.11.2006
Label: Neo - Sony BMG International/Sony BMG
von Gregor Jossé
In Deutschland steht Xzibit eher für Rostlauben und Luxuskarossen als für Rap. Seine Street-Credibility hat er als dauergrinsende Kühlerfigur von Westcoast Customs verspielt. Dabei landete Mister X to the Z vor zehn Jahren mit "Paparazzi" nicht nur einen globalen Chart-Brenner. Gerade als das Death-Row-Imperium bröckelte, brachte er die Westküste der Staaten mit treffsicheren Lyrics und sonorer Stimme zurück ins Rennen. Seine Stellung als Genre-Ikone will sich der L.A.-MC nun mit seinem ersten Independent-Album, "Full Circle", zurückerobern. Schafft Xzibit den U-Turn vom Popcorn-Rapper und der "Pimp My Ride"-Galionsfigur zum HipHop?
Die Single "Concentrate" lässt nichts Gutes hoffen. Über ein dauergelooptes Sprachsample mit meditativem Gemurmel und Neptunes-esken Drums versucht der L.A.-MC einen Konsens zwischen Arschwackeln und Qi-Gong zu finden. Und wer derart waghalsig gratwandert, der tritt unweigerlich daneben.
Glücklicherweise hält sich Xzibit auf der Platte mit ähnlichen Kreuzungen zurück und besinnt sich auf Altbewährtes. Mal prollt er jene an, die ihm zu nah kommen ("Invade My Space"), mal hält er Kontrahenten zu mehr Direktheit an ("Say It To My Face"). Besonders punktet X jedoch mit kompromisslosen Raps über unverkennbare Westcoast-Beats: "Rollin'" weckt Reminiszenzen, für "Movin' In Your Chucks" holt er die langjährigen Kollegen Kurupt und Too $hort ins Boot. Auch die nachdenklicheren Stücke wie "Family Values" oder "Thank You" hinterlassen einen soliden Eindruck, der allerdings bisweilen am Kitsch kratzt.
Ganz und gar nicht ins Bild passen jene Tracks, für die Xzibit den Zeigefinger hebt: Auf "Ram Part Division" bedient der gebürtige Detroiter aus der Perspektive eines fragwürdigen Cops Klischees, "Black & Brown" lässt ihn die Rassenproblematik thematisieren. Trotz guter Ansätze wirkt dieses Image deplatziert, das Moralapostel-Kostüm steht X to the Z einfach nicht.
Wenngleich "Full Circle" mit einigen Höhepunkten auftrumpft, funktioniert die Platte nicht als Album. Zu verschieden sind dafür die einzelnen Tracks, zu heterogen das Gesamtbild. Schade, dass sich Xzibit trotz Independent-Debüt nicht traut, rauszubringen, was er kann. Stattdessen führt er einen einstündigen Balanceakt für die Pop-Community auf.
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