Yvonne Catterfeld


Yvonne Catterfeld
Aura
Epic - Sony BMG Domestic/Sony BMG

Yvonne Catterfeld - Aura

23.10.2006

Erscheinungsdatum: 20.10.2006
Label: Epic - Sony BMG Domestic/Sony BMG

von Richard Witter

"Die Zeit ist reif, ich nehm' die Welt in meine Hand": Bescheidenheit ist offenbar nicht die Sache von Yvonne Catterfeld. Warum auch - mit ihrem letzten Studioalbum "Unterwegs" schoss sie direkt auf den Charts-Thron. Die Nummer-eins-Position dürfte ihr der zeitgleich veröffentlichende Robbie Williams diesmal vermasseln - gut verkaufen wird sich "Aura" dennoch. Denn 16 Songs lang singt sich Yvonne Catterfeld durch eine watteweiche Pop-Platte, die von Routiniers wie Alex Christensen, Mousse T. und sogar Max Herre produziert wurde. Das ist nicht unbedingt spannend, aber doch bemerkenswert - vor allem, wenn man daran denkt, dass Catterfeld am Anfang eher als ein weiterer singender Soapstar belächelt wurde.

Das Wörtchen Soap kann man 2006 weglassen oder auch durch Soul ersetzen. Denn Yvonne Catterfeld hat sich vom klassischen weißen Radiopop mittlerweile größtenteils verabschiedet und singt zu bisweilen erstaunlich knackigen R'n'B-Patterns. "Ich will nur Dich", für das Mousse T. und Jan van der Toom an den Knöpfchen drehten, ist da ein gutes Beispiel: Ein synkopierter und dadurch enorm fordernder Beat wird von Percussion und Kuhglocken unterfüttert - genug für das Organ der Catterfeld, das sich mittlerweile als erstaunlich variabel herausgestellt hat. Auch "Hier bin ich", für das Oja Tunes am Produzentenpult saß, ist hübsch urbaner Pop, der auf einem Streicherloop aufbaut, "Sonnenschein", an dem unter anderem Laith Al Deen mitwirkte, so etwas wie eine Powerballade in Joy-Denalane-Machart. Womit wir bei Max Herre wären, der für "Alles was du dir erträumst" an den Reglern saß, einen Song, den Joys musikalische Direktorin Lilo Scrimali arrangierte. Das Ergebnis: warmer, organischer Soulpop mit wunderbarer Vintage-Instrumentierung.

Aber das Problem einer solchen Produzentenschlacht: Einige Lieder fallen ab - zum Beispiel "Erinner' mich dich zu vergessen", das Lukas Hilbert schrieb und U96-Mann Alex Christensen gnadenlos Richtung Langeweile schiebt. Auch "Mein Tag, mein Licht", eine eingedeutschte Coverversion des Robbie-Williams-Klassikers "Ain't No Sunshine", hätte man sich getrost sparen können. Aber unterm Strich bleibt "Aura" ein überraschendes Album, mit dem sich Yvonne Catterfeld endgültig in der ersten Riege deutschsprachiger Pop-Interpreten etabliert.

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