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Erscheinungsdatum: 13.10.2006
Label: 105 Music - Sony BMG Domestic/Sony BMG
von Richard Witter
Eine Tonträger gewordene Partnerschaftsanzeige - ja, genau das ist es, was das Label 105 Music (Anett Louisan, Stefan Gwildis) mit "Weiblich Ledig 40" veröffentlicht. Vermittelt werden soll: die Powerfrau. Älter, aber noch nicht alt. Fit, aber nicht fitnessfixiert. Jugendlich, aber nicht verkrampft. Oder auch: die exakte Schnittmenge aus oben genannten Zugpferden des Labels. Leider klingt Ina Müller wirklich ganz genau so, wie man sich das vorstellt, wenn man diese Rahmendaten mit dem Coverfoto multipliziert. Bedeutet: etwas Chanson, etwas Songwriting, etwas Jazz - aber eigentlich Popmusik. Das alles ist nirgendwo auch nur ansatzweise schlecht, aber leider auch nicht so arg spannend.
Das, was die frühere Hälfte des Hanse-Duos Queen Bee hier abliefert, ist teilweise eben zu nah am Klischee, zu nah am Allgemeinplatz, um wirklich zu begeistern. Da erzählt sie in "Bye Bye Arschgeweih", dass sie eben jenes jetzt entfernen hat lassen. Weil es halt out ist. Na toll, das war es 1999, als sie es auf irgendeiner doofen Mittelmeervergnügungsinsel stechen ließ, auch schon. Später heißt es: "Ich hab' lieber Orangenhaut als gar kein Profil", was dann wohl so eine Art Seitenhieb auf jüngere Damen sein soll. Und in "Auf halber Strecke" erklärt sie, dass sie eigentlich ja noch gar nicht so alt ist. Zumindest theoretisch.
Das ist alles ja völlig in Ordnung, aber eben leider zu nah an einer vorab hinkalkulierten Zielgruppe. Wo Lafee oder Tokio Hotel den Markt der Teenager abgrasen, wo Tomte auf den Studenten aus der Schluffi-WG abzielen, da möchte Müller ebenso wie Kollege Gwildis bei den Erwachsenen landen. Bei denen, die nicht mehr tanzen gehen, aber eben irgendwie schon ganz gerne würden. Vielleicht muss man so alt sein wie Ina Müller, um sie zu verstehen.
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