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Erscheinungsdatum: 29.09.2006
Label: nistry Of Sound/edel
von Julia Schöppner
Das hätten selbst Musikinsider nicht geahnt: Guy Chambers - einst der kluge Songwriter an Robbie Williams' Seite - probiert etwas Neues. Doch er agiert nicht wie eh und je schüchtern aus dem Hintergrund. Im Gegenteil: Für sein "Isis Project" stellt er sich das erste Mal ins Rampenlicht. Denn das, was er da auf die Beine gestellt hat, ist so etwas wie sein Lebenswerk, eine Herzensangelegenheit, ein Traum, der in Erfüllung geht: Das Album ist seiner Tochter Isis gewidmet, "damit sie an ihrem 18. Geburtstag noch einmal erfahren kann, was ihr Vater immer für sie empfand".
Mit der Geburt seiner kleinen Isis im Mai 2000 verschreibt sich Guy Chambers schon damals nach fruchtbaren Zusammenarbeiten mit INXS, Diana Ross oder Tom Jones einer ganz anderen Stilrichtung: Er findet großen Gefallen an melancholischer, anspruchsvoller französischer Musik, lässt sich von den Arrangements so namhafter Künstler wie Serge Gainsbourg oder Françoise Hardy inspirieren. Als er schließlich auf die französische Sängerin / Songwriterin Keren Ann Zeidel ("eine wunderbare Kollegin") trifft, verschmelzen die Ideen und Wünsche der beiden zu einer stimmigen Einheit: Er schreibt schließlich die intimen Songs, sie transportiert sie vom Englischen ins Französische. So konnten zerbrechlicher Chanson aus Frankreich und weltlicher Pop auf faszinierende Weise verquickt werden.
Als Sängerin der insgesamt zwölf Songperlen konnte die ambitionierte Kooperation Chambers / Zeidel die amerikanische Schauspielerin und Nichte von Jane Birkin, Sophie Hunter, verpflichten. Eine wunderbare Entdeckung: Ihre hauchzarte Stimme taucht die Lieder in eine angenehme Melancholie und geht eine untrennbare, derart harmonische Einheit mit den sanften Instrumenten - besonders dem Klavier - ein, dass man dahinschmelzen mag vor Glückseligkeit.
Guy Chambers, dessen Herzblut im "Isis Project" steckt, vermag dem Album mit seinem Spiel am Fender-Rhodes-Piano eine ganz besondere Atmosphäre zu verleihen. So entstand ein Zyklus mit Titeln wie "Chère Isis", "Les Soleils de Minuit" oder "Les Amants d'Edimbourg" über das bewegte Leben einer Frau - unvergänglich, und dennoch zeitgemäß, traurig, aber trotzdem euphorisierend. Ein kleines Meisterwerk, auf das Isis mächtig stolz sein kann. Ihr Papa muss sie wirklich abgöttisch lieben.
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