UFO


UFO
The Monkey Puzzle
Steamhammer/SPV

UFO - The Monkey Puzzle

09.10.2006

Erscheinungsdatum: 29.09.2006
Label: Steamhammer/SPV

von Alexander Diehl

Gängige Stichworte, welche einem das Gelingen einer Platte signalisieren, die sind bei UFO kaum zu finden. Innovativ, zeitgemäß, jung, bahnbrechend? Vergessen wir's. Dinosaurier sind sie, die in grauer Urzeit mit Werken wie "Phenomenon" (1974) und "Obsession" (1978) ihren Riesenkörper durch den Musik-Urwald schwangen. Und immer weiter veröffentlichten, immer weiter tourten. Nicht ausstarben. Schwer zu glauben: "The Monkey Puzzle" ist taufrisch.

Vor dem Wort "neu" scheut man sich. Auch das der modernen Welt entsprungene, klinisch saubere Cover hilft da nicht. UFO zu hören ist wie nachts die Wiederholung einer 70er-Kultserie zu gucken. Auf irgendeinem dritten Programm, mit reichlich glasigen Augen. Vergnüglich, die willkommene Abwechslung zum aufgebauschten Entertainment-Alltag.

Mit dem Schlagzeuger Andy Parker gesellte sich ein weiteres Originalmitglied zu den Herren Mogg & Co. Liegt es an seinem Wiedereinstieg, dass "The Monkey Puzzle" ein Sprung nach vorne ist? Unwahrscheinlich, denn Vorgänger und Legendensohn Jason Bonham gab alles andere als eine schlechte Figur ab. Also fällt der Blick auf Vinnie Moore, den fidelen und fidelnden Gitarrengroßmeister. Er ist einer, der auf "You Are Here" banddienlich war und jetzt bandprägend ist. Während des Doppels "World Cruise" und "Down By The River" schießt aus seinen Fingern die Inspiration, welche eine Band wie UFO vor dem Vorruhestand zu retten vermag. Ähnlich wie Steve Morse bei Deep Purple bringt er Spritzigkeit in die alten Mauern des bluesig gewordenen Hardrocks.

Abwinken werden bei "The Monkey Puzzle" genügend Menschen, das garantieren Alter und eine gesunde Dickköpfigkeit im Sound. Ein Klassiker wird es nicht. Aber dank des gereiften Songwritings schenken UFO den Live-Rock'n'Rollern dieser Welt wieder eine dreiviertel Stunde Wohlfühlmucke. Titel, die zwischen "Doctor Doctor" und "Lights Out" nicht untergehen, obwohl viele von ihnen einen Gang zurückschalten. Aber sie gehören dazu, ergänzen sie. Erleichtert stellt man nach den spröden letzten Alben fest: Die Dinosaurier schwanken nicht mehr.

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