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Erscheinungsdatum: 02.10.2006
Label: Noisedeluxe/Broken Silence
von Jochen Overbeck
Schweden mal wieder. Die neueste Band aus dem Land, das uns Mando Diao, die Shout Out Louds, Peter, Björn & John und den ganzen großen Rest brachte, sind United. Sie finden sozusagen drei Etagen tiefer statt. Indielabel. Trotzdem: Die Zielgruppe dürfte, sollte sie von dieser Platte erfahren, steil gehen. Weil: Die tourten mit Placebo. Die tragen schwarze Lederjacken und Röhrenjeans von Cheap Monday. Und so ganz nebenher machen sie auch noch halbwegs ordentliche Popmusik.
Ist nicht böse gemeint, aber: Manchmal langt es eben nicht, ganz ordentlich zu sein. United orientieren sich an denen, an denen sich alle orientieren. Joy Division, Echo & The Bunnymen und so. Aber wo andere Acts mit vergleichbarem Referenzfeld es schaffen, eigene Stimmungen zu generieren - man denke an die Editors oder Interpol - fehlt bei United die Kante. "Slick" ist ein Album, an dem nichts falsch ist, an dem jeder Ton sitzt. Die Gitarren verlieren sich in wunderbaren Effekten, die Stimme von Frontman Patrik ist melancholisch-suchend, der Rhythmus stimmt. Was fehlt, sind die Songs. Elf Stücke lang dengeln und schrammeln sich United durch eine getragene Midtempo-Nummer nach der anderen. Ziele sind keine in Sicht. Sie verheddern sich, um am Ende festzustellen, dass da nie ein roter Faden war. Eigentlich schade, aber erkenntnisreich: Bewerte nie eine Band nur nach ihrer Herkunft und den Hosen, die die Mitglieder tragen.
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