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Erscheinungsdatum: 04.08.2006
Label: Cooperative/rough trade
von Constantin Aravanlis
Nachdem nun viel Groove- und tanzlastige Songs den Neo-Wave-Post-Punk-Fluss hinabgetrieben worden sind, läutet das nicht enden wollende Revival der alternativen 80er-Jahre-Klänge das nächste große Ding ein, das selbstredend natürlich aus England kommt. Dieses Ding nennt sich Forward, Russia und schreibt sich streng genommen so: "iForward, Russia!" - der Bandname eingekeilt in zwei sich konträr zueinander entfernenden Ausrufezeichen! So eigensinnig die Schreibweise, so verquer ist auch der Disco-Punk der In-Kombo aus Leeds.
Vermeintlich tanzbare Ansätze, werden auf ihrem Debüt "Give Me A Wall" nur kurz suggeriert, bevor sie von abstrakten Dissonanzen, krakeligen Rhythmen und Melodien vorflunkernden Gitarren ohne Vorwarnung geköpft werden. Gekrönt wird diese Mixtur vom Gesang des Frontmanns, dessen immanent erregtes Gesinge absichtlich dem Hörer auf die Nerven gehen will. Zwischen einem an Bluthochdruck leidenden John Lydon und einem an Schizophrenie erkrankten David Byrne fügt sich das akustische Nervenwrack, das sich schlicht Tom nennt, nahtlos in die nervöse Performance seiner drei BandkollegInnen ein, deren hausgemachte Töne irgendwo zwischen PIL, Bloc Party, Rapture, Maximo Park, Arcade Fire, den frühen Radio 4 und ein klein wenig At The Drive-In einzuordnen sind.
Zudem verwenden iForward, Russia! ihre ganz eigene Terminologie hinsichtlich der Benennung ihrer Liedchen. Das chronologisch zuerst aufgenommene Werk erhält die Nummer "One" - ausgeschrieben, of course. Allem nachfolgenden Liedgut, wird logischerweise die aufsteigend nächst höhere Ziffer zugeteilt . Folglich ist der jüngste Song auf "Give Me A Wall" der neunte Song, der "Seven" heißt. Das heißt praktisch, dass sich Fans der Truppe auf die Suche nach den ersten sechs Stücken machen müssen, die sicherlich irgendwo zwischen obskuren Samplern, Internet-MySpaces oder Vinyl-Singles zu finden sind. Außerdem fehlen auf den elf Songs der Platte die Titel "Eight", "Ten" und "Fourteen", und "Fifteen" ist sogar in zwei Teile gesplittet. Jetzt wissen alle selbstberufenen Komplettisten wenigstens genau, was noch in der Sammlung fehlt. Viel Spaß beim Suchen.
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