Illdisposed


Illdisposed
Burn Me Wicked
Roadrunner Records/Universal

Illdisposed - Burn Me Wicked

30.05.2006

Erscheinungsdatum: 26.05.2006
Label: Roadrunner Records/Universal

von Alexander Diehl

"Burn Me Wicked" war in dieser Form nicht zu erwarten gewesen. Lehrt uns die Erfahrung doch, dass nach dem Aufstieg in die nächstobere Liga, verbunden mit Labelwechsel und nationalem Charteinstieg, der eingeschlagene Kurs beibehalten wird. Beispiele, wie Todesmetaller auf diese Weise zu Großverdienern wurden, gibt es genügend. Aber Illdisposed sind keine Schweden, keine Finnen, sondern Dänen. Und ziemlich verrückte dazu.

Neben Bolt Thrower und vielleicht Six Feet Under, als härtere Partnerstadt von Göteborg und kratzbürstige, entfernte Verwandte von Soilwork haben Illdisposed ein Plätzchen gefunden, an dem es sich bequem leben lässt. Nachdem mit "1-800 Vindication" die neu zugezogene Nachbarschaft eingeladen wurde, sind mit "Burn Me Wicked" wieder die langjährigen Freunde an der Reihe.

Trotz weiterhin intelligent hinterlegter Samples, trotz raffiniert eingeflochtener, freundlich gestimmter Gitarrenlinien, trotz Gastsänger Mikkel Sandager von den Landsmannen Mercenary: Es regiert wieder deutlicher der Knüppel - die Haare rotieren, sanftmütigere Mithörer ebenfalls. Die seltsamen Hitparadenrefrains von "1-800 Vindication", die ehrlicherweise gar nicht von üblen Eltern waren, die fehlen weitestgehend auf "Burn Me Wicked".

Wobei diese Rückwärtsfahrt im Schritttempo verläuft. Denn, hey, Illdisposed sind eine Death Metal-Band, keine verkopften Progressivler. Eine der interessantesten, das steht außer Frage. Eine, die weiterhin durchaus vertrackt zu Werke gehen kann und dabei stimmig zu bleiben vermag. Eine, deren Markenzeichen sich weiterhin Bo Summer nennt, laut Eigendefinition ein "Subwoofer", kein Sänger; das Kreisch-Grunz-Duell in "Shine Crazy" oder diese Töne aus der Magengegend in "Our Heroin Recess" sind Belege. Muss man schon mögen, schließlich hat nicht jeder gerne blutige Leber auf dem Teller.

Hingegen greift jeder gerne beim Dessert zu: Mit dem selbsterklärenden Titel "Illdispunk'd" setzen Illdisposed ein Ausrufezeichen hinter ihre These, dass Humor eben doch was im Death Metal zu suchen hat. Ein Hinweis auf kommende Untaten? Es macht einen jedenfalls neugierig. Vorerst jedoch gilt: Nackenschmerz, lass nach.

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