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Erscheinungsdatum: 19.05.2006
Label: Jugglin'/Nova MD
von Kati Hofacker
Up Hygh stellen "The Venus Album" vor - eine Geburt der Venus aus dem hohen Norden, genau gesagt aus Schweden. Mit Pure-P und Rick Skizzo, gemeinsam Up Hygh, stellt das rührige Haus Raw Fusion und sein schwarzes Sublabel Jugglin' einen neuen Leftfield-HipHop-Soul-Act vor, der erste Flugversuche auf Samplern unternahm und von Anfang an unter den wissenden Fittichen von Hearin' Aids Rhythmuskönig Damon Frost stand. Klar, dass sie deshalb auch unter der genauen Beobachtung der internationalen Szene stehen. Und schön, dass sie diesem Druck eine sehr sorgfältige und ausgesuchte Produktion entgegen setzen.
Diese ersten alleinigen Flugversuche sind nun also einer Beachtung wert. Up Hygh könnte man als Teil jener Szene verstehen, die ursprünglich vom HipHop ausgehend den Weg back to the roots genommen hat und sich über James Brown (siehe "Get Out My Face"), Gospel und guten alten Soul zurückarbeitet zu den Ursprüngen aller Musik, dabei aber sehr schräg bleibt.
Auf diesem luftigen Weg machen Up Hygh nämlich auch Halt an Zappa-artigen 70er-Konstrukten ("Funky Child"), an dessen legitimen Erben Prince ("The Gift") und am Philly-Sound und Funk ("The Light") der 70-er. Sie fliegen eine langen Abstecher zum wild wuchernden Ufer des Leftfield HipHop und dessen schräger doppelschichtigen Rhythmisierung ("Compatible"). Sie flattern leicht an der amerikanischen Ostküste entlang ("Keep On") und landen auch im TripHop, im Brainpop ("Sounds Of Soul") und im Haus der Jacksons ("Be Known"). Die meiste Zeit frönen die beiden im Hintergrund den tiefen Tocken-Sounds jener alten 90er-Sequenzer, die auch Monsieur Oiseau nutzte. Sie gefallen sich in einer schwerfälligen Rhythmisierung im Tölpel-Gang, dessen Hauptschlag auf der "1" und nicht auf der "2" stattfindet.
Dies führt zu einem scheinbar holpernden, schwerfälligen Hink-Beat, der zwar völlig untanzbar ist, dafür aber umso witziger für den Zuhörer. Unzählige Chor-Overdubs im Gospel- und Soulstyle versetzen das Ganze in eine bizarre Schräglage. "Funky Child" ist wirr, aber lustig. Ungemütlich wie der Rest der LP, aber - wie gesagt - fast schon Zappa-esk in seiner teils hochkomplizierten Chorfreudigkeit und schrillen Doppelbödigkeit. Man merkt einfach, dass die beiden Jungs aus einem Land stammen, in dem die Allgemeinbildung, auch die musikalische, noch groß geschrieben wird. Das macht den Hörern Spaß und führt die Kinder von der Straße weg, hin ins Studio und dort zu einer überschäumenden Kreativität. Wenn auch zu garantiert keinem einzigen Hit und keiner einzigen auch nur rudimentär nachsingbaren Zeile.
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