Yeah Yeah Yeahs


Yeah Yeah Yeahs
Show Your Bones
UID/Universal

Yeah Yeah Yeahs - Show Your Bones

27.03.2006

Erscheinungsdatum: 24.03.2006
Label: UID/Universal

von Michael Wopperer

Die Yeah Yeah Yeahs sind bislang immer im Windschatten des großen Geschehens unterwegs gewesen. Die Renaissance der New Yorker Subkultur und das einhergehende Garagenrock-Revival vor fünf Jahren wurden öffentlichkeitswirksam angeführt von den Nachbarn The Strokes, andere entfernt vergleichbare Bands von Detroit bis Schweden wurden kräftig mit Ruhm bekleckert, nur die Yeah Yeah Yeahs, die waren, nun, eben auch irgendwie dabei, mehr aber auch nicht.

Dabei sprach einiges dafür, dass das Trio aus dem New Yorker East Village die echte Avantgarde unter den neuen Rockbands darstellte: Ihr experimentierfreudiger Artschool Punk war ein wütender Wust Musik, ihre rohen, demolierten Songs krakeelten waghalsig und ohne viel Rücksicht auf Verluste gegen den Strich jeder Konvention. Das erste Album "Fever To Tell" war unausgeglichen, kantig, widerborstig - kein Wunder, dass sich alle Welt über die Yeah Yeah Yeahs freute, aber keiner sie wirklich zu den Großen zählen wollte. Jetzt sind drei Jahre vergangen, in denen sich Sängerin Karen O. bei einem Sturz von der Bühne beinahe das Genick gebrochen hätte, Gitarrist Nick Zinner mit Bright Eyes auf Tour war und das Fotobuch "I Hope You Are All Happy Now" herausgebracht hat. Die Yeah Yeah Yeahs sind älter geworden, und im allerbesten Sinn hört man das ihrem neuen Album "Show Your Bones" auch an. Wut und Aggression sind bei weitem nicht verschwunden - aber sie sind sublimiert und treten in mannigfachen Gestalten auf, wo es früher nur den kompromisslosen Aufschrei gab. Die neuen Songs sind von dem Willen geprägt, sich verständlich zu machen, die Attacken sind präziser gesetzt, es gibt klarere Strukturen - und den Mut zu Melodien, ein gesundes Verständnis von Pop. "Gold Lion" ist ein unwiderstehlicher Indiedisco-Hit, "Honeybear" ein überwältigender Four-to-the-Floor-Kracher, "Way Out" dehnt und streckt sich gereizt, bis die mächtige Gitarre ausbricht und den Song zu Kleinholz verarbeitet. Stücke wie "Fancy" sind immer noch purer Exorzismus, aber auf "Show Your Bones" sind sie diesmal brillant ausbalanciert mit Momenten der Nachdenklichkeit, Anflügen von reiner Schönheit, Songs, die sexy sind gemein, liebevoll und erbarmungslos. Kontrollierte Gewalttaten und Zärtlichkeit mit deutlichen Kratzspuren. Großartig.

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