Ugly Duckling


Ugly Duckling
Bang For The Buck
All City Music - PIAS/rough trade

Ugly Duckling - Bang For The Buck

09.03.2006

Erscheinungsdatum: 03.03.2006
Label: All City Music - PIAS/rough trade

von Jochen Overbeck

Nachdem Ugly Duckling mit "Combo Meal" eine ziemlich unterhaltsame "Fleisch ist mein Gemüse"-Show ablieferten, sind sie jetzt wieder an ihren Wurzeln angekommen. Kein Konzept, oder höchstens das, das HipHop ohnehin vorgibt: Battle, Beats, gute Laune. "Bang For The Buck" folgt alten Traditionen des Genres, lässt 15 Jahre Gangstarap-Geschichte einfach links liegen und zeigt, dass weiße Jungs auch ganz schön gut hüpfen können. Dass die Qualitäten der Band vor allem in ihrer Affinität zum Tanzboden liegen, wird dabei rasch klar.

Schon der Titeltrack und Opener "Bang For The Buck" eröffnet mit einem Groove, der im normalen HipHop selten vorkommt. Ja, das ist so jazzy, so funky, das wir gerne, wie im Rap befohlen, klatschen. "Yudee!" mit seinen ultrascharfen Bläsersätzen, der wummernden Hammond und den netten Audience-Participation-Spielchen macht ungebremst weiter. Das folgende "Breakdown" beginnt zwar mit einer Westerngitarre, wechselt aber rasch in den Sprechgesang und ist textlich wohl der spannendste Track des Albums: Hier reflektieren Andy Cooper und Dizzy Dustin über die eigene Vergangenheit, erzählen von den Problemen, in den 90er-Jahren mit ihrem doch sehr referenzlastigen Sound einen Plattenvertrag zu ergattern. Auch DJ Einstein gibt hier alles - ausgefuchst sampelt er sich durch den Rock'n'Roll der 50er- und 60er-Jahre und pimpt das ganze mit unglaublich satten Beats.

Seine Stärke ist gleichzeitig das wichtigste Kapital von Ugly Duckling. Er scratcht nicht nur wie ein junger Gott, sondern hat den Jazz in sich, und zwar nicht dessen verbissene, sondern dessen vergnügliche Seite. Er ist die "Two-Hand Band", da haben seine beiden Rapper schon recht. Wer da gut hinhört, bekommt so etwas wie einen kostenlosen Musikunterricht verpasst - während sich Andy Cooper und Dizzy Dustin auf der Bühne streiten. Amüsante Sache, großartig und vor allem ohne jede Verbissenheit umgesetzt. Eigentlich wäre es schon seltsam und verdammt schade, wenn die mit diesem Album nicht in die Liga von Blackalicious, Jurassic 5 und De La Soul aufsteigen würden.

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