Yellowcard


Yellowcard
Lights And Sounds
Capitol/EMI

Yellowcard - Lights And Sounds

08.02.2006

Erscheinungsdatum: 27.01.2006
Label: Capitol/EMI

von Kati Hofacker

Der Albumtitel "Lights And Sounds" der Band Yellowcard könnte darauf schließen lassen, dass Yellowcard aus Jacksonville, Florida im esoterischen Klanggeblubber abgesoffen sind. Track eins, das schummrige "Three Fights Up", tut sein Übriges zu diesem Fehlglauben. Aber keine Sorge. Der Rest bleibt beim (fast) Alten! Fans wissen, dass Yellowcard seit ihrer 2,5-Millionen-CD "Ocean Avenue" und dem MTV-Award mit ihrem klaren, inbrünstigen und jugendlich-männlichem Punkpop so ziemlich konkurrenzlos an der Spitze der US-Charts surfen.

Nur: Gitarrist Ben Harper ist neuerdings draußen. und ein Neuer namens Ryan Mendez ziert jetzt das Cover. Die Fans spekulierten bereits Mitte 2005 monatelang über einen Split zwischen Harper und dem Rest der Band, und im November ließ Sänger Key dann auch die Bombe platzen - und bestätigte Harpers Weggang. Ob Yellowcard ihren Fans mit dem Neuzugang einen großen Gefallen getan haben, bleibt dahingestellt, immerhin war Harper Gründungsmitglied, und ohne ihn ist die Band einfach eine andere. "Lights And Sounds", das er noch miteingespielt hat, ist also sein Vermächtnis und als solches besonders zu ehren. "Ben war ein gefühlvoller Gitarrist. Ryan ist das 180-Grad-Gegenteil, er ist ein Typ, der auf Van-Halen-Soli steht", so Key. Wir sind gespannt. Es blieb aber trotz Harper auch bei "Lights And Sounds" nicht alles beim Alten, denn Yellowcard wurden auch erwachsen.

Sie schreiben ernstere Songs, mehr melancholische Melodien und bitterere Texte. Den Zwist, die Unlust, die die Aufnahmen überschattete, konnten diese aber nicht überdecken. Songs wie "Two Weeks From Twenty" oder "Waiting Game" sind einfach uninspiriert. An anderen Stellen hingegen, bei "Grey", dem akustischen, orchestralen "How I Go" oder in "Works, Hands, Hearts" schütten Yellowcard mit locker-lässiger Geste treibende, punkig inspirierte und poppig aufgemotzte Hits aus einem Topf, in dem trotzdem auch eine Menge Traurigkeit vor sich hinköchelte. Richtig gut! Insgesamt ist das Album also zwiegespalten, die Fans sollten erst einmal genau prüfen, ob es ihnen gefällt.

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