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Shirley Bassey - The Performance
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05.11.2009
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Erscheinungsdatum: 09.11.2009
Label: Geffen
von Kati Hofacker
Shirley Bassey kennen Stimmerotiker vor allem durch ihren vokalen Mix aus resoluter Diva und schleichend-subtiler Sexyness bei den James-Bond-Songs "Goldfinger", "Diamonds Are Forever" und "Moonraker". Mit "Big Spender" sang sie die Striptease-Hymne der letzten Jahrzehnte ein und nach 135 Millionen Scheiben ging sie dann vor 20 Jahren in Rente. Dachte sie. Nun kommt sie mit "The Performance" wieder aus dem wohlverdienten Ruhestand - geleitet von Mitstreitern aus der obersten Popliga. Die Überraschung des ausgehenden Jahres? Nicht wirklich.
Shirley Bassey gilt ungeschlagen als die erfolgreichste britische Solokünstlerin aller Zeiten. Von der Queen wurde sie als Dame geadelt und später auch von der Dance-Szene in den Göttinnenstand erhoben, als die Propellerheadz mit Shirley den internationalen Dance-Hit "History Repeating" aufnahmen.
Diesmal aber zeigt sich Shirley Bassey eher von ihrer sanfteren Seite, viele Popsongs und Schmusenummern zieren das etwas tüttelige Album. Nicht weiter verwunderlich, betrachtet man die Liste der Produzenten und Komponisten, die ihr Songs zurechtgelegt haben. Sie schmust sich von Streichquartett, Klavier und Harfe begleitet elegisch durch Tom Baxters "Almost There", nervt mit schrammelnden Hispano-Gitarren auf einem glatt gebügelten Song namens "Apartment", den ihr Rufus Wainwright geschrieben hat oder gibt auf "This Time" von Gary Barlow die Musical-Diva. Viel Hollywood, viel Streisand, aber eben auch viel Pop.
Bei "I Love You Now" von Kaiser Chiefs' Nick Hodgson erkennt man ebenfalls den Willen, Richtung Pop zu wandern - trotz des großen Kinos in den Streichern. Die alten "Diamonds Are Forever"-Haudegen Black & Barry schrieben ihr ein paar Songs, darunter "Our Time Is Now" und "As God Is My Witness", leider eher harmlose Schnulzen. Das finale "The Performance Of My Life" von den Pet Shop Boys klingt ziemlich genau wie "My Way" und könnte einen ähnlichen Party-Aha-Effekt auslösen wie ebendieses oder auch wie "I Am What I Am". Schade, dass sich keiner der doch wirklich innovativen Künstler - es kommen auch noch die Manic Street Preachers und Richard Hawley zum Zug - traute, Shirley innovative Lieder auf den Leib zu schneidern. Vielleicht sollte sie mal wieder die Propellerheadz anrufen? Oder zurückgehen in ihr jazzy-sexy Divenfach. Alte James-Bond-Qualitäten entwickelt Shirley nämlich auf dem wundervollen "Nice Men" (KT Tunstall) und auf "No Good About Goodbye" (Dave Arnold / Don Black). Shirleys Stimme ist nach wie vor großartig, göttlich. Aber das Album ist leider auch für Fan nur mit Abstrichen zu genießen.
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