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Kevin Devine


Kevin Devine
Brother's Blood
Arctic Rodeo

Kevin Devine - Brother's Blood

05.11.2009

Erscheinungsdatum: 06.11.2009
Label: Arctic Rodeo

von Klaas Tigchelaar

Er ist der Prototyp für den harmlos-netten Kumpel von nebenan: Kevin Devine. Der amerikanische Songwriter gibt sich stets ein wenig schüchtern und erscheint mit seinem roten Bartflaum wie der berühmte Strich in der Landschaft. Genauso unscheinbar liebenswert ist sein mittlerweile fünftes Album "Brother's Blood" geworden.

Der Graben könnte nicht größer sein, zwischen den leisen Songwriter-Verehrern und dem vergnügungssüchtigen Mob, den Kevin Devine als Vorprogramm von beispielsweise den Get Up Kids oder The Offspring bei Laune halten muss. Aber Devine scheint das klaglos zu ertragen, genauso wie die knapp 600 Konzerte, die er zwischen Juni 2006 und Dezember 2008 absolvierte. Und auf diese gelassene Slacker-Art ertrug er wohl auch den Abschied von der großen Plattenfirma Capitol/EMI, die ihn 2006 freundlich aber bestimmt in die Wüste schickte.

Die zwölf Songs der CD entstanden zunächst als reine Akustik-Versionen mit Stimme und Gitarre. Anschließend schickten sich die Musiker des angestammten Begleitorchesters namens Goddamn Band mit Tasten, Bass, Schlagzeug und zwei E-Gitarren an, den Devine-Sound in psychedelisch-freundliche 60er-Glückseligkeit zu kleiden. Ein Opener wie "All Of Everything, Erased" kommt zwar akustisch belassen ganz nah an größere Namen wie Elliott Smith ran, sonst jedoch überwiegt eine geschmeidig-entspannte Band-Atmosphäre mit viel räumlichem Klang, irgendwo zwischen Folk, Beat und Americana.

So unprätentiös, wie diese gut geschmierte Maschinerie bedachtsam über die Akkorde streichelt, kleine Melodien einwirft und schlicht die Ruhe weg zu haben scheint, könnte man die Platte glatt überhören. Nicht jedoch, ohne unterbewusst Gefallen daran zu finden. Zwischen Belanglosigkeit und Songwriter-Himmel passt eben immer noch eine Kevin Devine-Platte.

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