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Erscheinungsdatum: 06.11.2009
Label: The Canvas Room - Decca - UID
von Claudia Nitsche
In Berlin drehte er den Videoclip zu seiner Single "Wonderful". In Berlin kämpfte er sich durch den unangenehmen Job des Anheizers für Lady GaGa. Doch er erinnert sich, dass er am gleichen Ort kurz bevor es mit seiner Karriere richtig losging, ein leichtes und spannendes Konzert mit einer anderen, unbekannten Band hatte. Dies könnte ein Songtext von Gary Go sein. Der 25-jährige Londoner webt unprätentiöse Geschichten aus dem, was das Leben so hergibt. Das selbstbetitelte Debütalbum strotzt bei aller Bescheidenheit vor großem und gerechtfertigtem Selbstbewusstsein.
Denn hinter Gary Go steckt ein seriöser Musiker, der bereits neun Jahre in dieser Branche weilt. Er weiß, was er tut, hat sich längst das eigene Studio eingerichtet, bei anderen alles Wissen aufgesaugt, was er über Instrumente und Produktion von Songs erfahren konnte, gleich angewandt. Er versteht es, seine Songs schlicht zu gestalten. Ein "Open Arms" oder die in der Komödie "Männerherzen" als Titeltrack verwendete Single "Wonderful" sind gleichermaßen zuckersüßer Stadionpop als auch Tröster im stillen Kämmerchen.
Der Londoner ist mehr als ein Talent. An ihn glaubt man zu Recht. Live zeigt er sich noch sympathisch verkrampft, zumindest, wenn er den Hinweisgeber auf die nachfolgende Lady GaGa geben muss. Da krallt er sich schon mal hinter seinem Keyboard fest, wenn er seine intimen Lieder, seine privaten Texte mit schönen Wortspielen in den Schlund eines oberflächlichen, hysterischen Massenpublikums werfen muss.
Dabei ist er selbst auch für ein großes Publikum gemacht, mag das vielleicht noch eine Weile dauern. Wenn ihm ein Song gelingt, dann richtig. Im zweiten Teil des Debüts wird er zwar etwas weinerlich, doch daran feilt er bestimmt bald selbst.
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