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Erscheinungsdatum: 07.03.2008
Label: Tot Ou Tard
von Jochen Overbeck
"Steve Jobs wählte den Song persönlich für die weltweite Kampagne des neuen Apple Macbook Air Notebooks aus." Dieser Satz springt einem freundlich entgegen, wenn man die Pressemappe zu Yael Maims Debütalbum öffnet. Und auch wenn der Rezensent blind an die Überlegenheit sämtlicher Apple-Produkte über den ganzen sonstigen, uncoolen Technik-Rest glaubt: Als Marketing-Überbau reicht die Apfel-Marke irgendwie doch nicht ganz. Aber keine Sorge, Yael Naim muss sich nicht hinter ihrem Super-Fan Steve Jobs verstecken.
Jobs selbst war es nämlich, der "New Soul" entdeckte und als Titelsong für die Werbespots des Dünn-Notebooks aussuchte. Damals, vermutlich vor einem guten halben Jahr, war das entrückt-verträumt wirkende Lied in Frankreich bereits ein Single-Hit, das Album schon gute 150.00-mal über den Tisch gegangen.
Das ist aus zweierlei Gründen ungewöhnlich. Denn zunächst mal singt die 29-Jährige einen guten Teil ihres Materials auf Hebräisch, was in der Popwelt bekanntermaßen eher eine Exotensprache ist. Und dann ist die Musik eine, die gut dazu passt. Yael Naims Lieder sind zwar sinnlich und deshalb wohl für jeden Hörer reizvoll, sitzen aber auf eigentümliche Art und Weise zwischen den Stühlen. Ist das Pop? Sicher nicht die Art, die im Radio rauf und runter läuft. Jazz? Nein, zu unkompliziert. Vielleicht Weltmusik? Nein, trotz leichter Seitenblicke Richtung Arabien und Balkan bleiben die Lieder einer euro-amerikanischen Melodielehre verhaftet.
"Shelcha" mit seiner traurigen, aber schwelgerischen Melodie ist das beste Beispiel für die Art und Weise, auf die Yaerl und ihr Mitstreiter David Donatien zusammen mit ihren Instrumentalisten all dieses vereinen. Verglichen wurde der Mix in der Vergangenheit mit Feist oder Tori Amos. Das passt irgendwie, irgendwie aber auch nicht, weil sich Yael Kategorisierungen klug entzieht. Dass sie Brintey Spear's "Toxic" mit Glockenspiel und brummenden Kontrabass einspielt, passt gut dazu.
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