Qntal


Qntal
VI - Translucida
Drakkar - SMARIS - Sony BMG International

Qntal - VI - Translucida

03.04.2008

Erscheinungsdatum: 28.02.2008
Label: Drakkar - SMARIS - Sony BMG International

von Frank Rauscher

Schlichtheit, klangliche Reinheit, wohin man hört: Qntals sechstes Werk "Translucida" ist von fast ergreifender Schönheit und entfaltet trotz synthetischer High-Tech-Produktion den romantischen Charme mittelalterlicher Musik. "VI - Translucida" ist ein Werk, das sich nahtlos in die bisherige Arbeit des Projekts um die klassisch ausgebildete Sängerin Syrah einfügt: zauberhafte Musik, wie gemacht für schwermütige, schwarze Nächte. Neue Facetten erschließen uns Qntal mit ihrem brückenschlagenden Klangkosmos freilich auch diesmal nicht.

Zunächst: Das hier ist und bleibt Nischenmusik. Wer die Band bislang nicht auf dem Zettel hatte, wird sie auch mit diesem Album kaum für sich entdecken - vielleicht auch, weil "Translucida" das Qntal-Album ist, das auf Anhieb am Wenigsten ins Ohr geht. Man braucht also ein wenig Zeit, Ruhe, die richtige Stimmung. Denn bei Qntal geht es um das Fühlen. Nicht um das Verstehen. Und schon gar nicht um irgendwelche Vergleiche, denn dieses Projekt ist einzigartig und steht selbst in der Wave-, Gothic- und Mittelalter-Szene, wo das Trio noch am ehesten zu verorten ist, recht einsam da. Wie soll man solche Musik also in Worten beschreiben, ohne ausschließlich mit viel- und gleichzeitig nichtssagenden Schlagworten wie "grazil", "sphärish", "erhaben", "melancholisch" oder auch "mystisch" auszukommen? Das gerne genommene "mittelalterliche Klänge treffen auf elektronische Beats"-Klischee reicht sowieso hinten und vorne nicht aus. Am besten also selbst ausprobieren: ein paar Kerzen an, ein Glas Wein auf den Tisch, die Anlage aufdrehen und genießen. Etwa den unfassbar intensiven Titeltrack, von dem, wie nicht selten bei Qntal, eine feierliche, fast sakrale Kraft ausgeht.

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