Queens Of The Stone Age


Queens Of The Stone Age
Era Vulgaris (Tour Edition)
Interscope - UID

Queens Of The Stone Age - Era Vulgaris (Tour Edition)

03.01.2008

Erscheinungsdatum: 08.06.2007
Label: Interscope - UID

von Jasmin Herzog

Die Queens Of The Stone Age sind nicht eben eine Band, der man eine permanente Neuerfindung ihrer selbst unterstellen würde. Für Josh Homme, den einzig verbliebenen Menschen, der faktisch Queens Of The Stone Age ist, stellt sich das anders da. Er sei nicht reaktionär genug, sich zu wiederholen, sagt er. Bei "Era Vulgaris", hört man die Unterschiede. Jetzt erscheint pünktlich zur Deutschland-Tour eine limitierte Ausgabe - im schmuckvollen Digipak und mit beigepackter Live-Scheibe.

Die Songs des Albums, dessen "normale" Variante auch in Deutschland hoch in die Charts einstieg, lehnen sich weiter aus dem Fenster, grüßen in alle möglichen Richtungen als die der Vorgänger. "Era Vulgaris" erstreckt sich von Psychedelic bis zum Piano, von Elektronic über Pop zu einem Nirvana-Intro ("3s & 7s"). Um neuen Input ist dieses fünfte Werk wahrhaft nicht verlegen. Und: Viele machen mit. Mark Lanegan kam dazu, Trent Reznor, Chris Goss und Julian Casablancas von den Strokes. Das röchelnde Schlagzeug, der glasklare Gesang und grandiose Einfälle wie die Vorabsingle "Sick, Sick, Sick" passierten einfach so. Elfmal trauen sich QOTSA Neues, was zu einem Ergebnis führt, das selbst der Chef ein "zeitgemäßes und modernes Album" nennt. Das mit dem Fortschritt ist immer ein Risiko, wenn man einst als Retter des Rocks gefeiert wurde. Dann wünscht der Hörer, der Schuster möge bei seinen Leisten bleiben. Doch der Stoner Rock - oder Robotic Rock, wie Homme es nennt - lässt sich nicht so schnell totschlagen wie der Grunge seinerzeit.

Nun gibt's also die exklusive "Deutschland Tour-Edition". Exklusiv, das kann man schon mal sagen, ist in Zeiten der 1-Click-Bestellung bei Amazon wenig. Auch der Japaner kann da diese CD kaufen, mit der nationalen Abgrenzung als Distinktionsmittel kommt man also nicht weit. Fans werden sich dennoch freuen - über 49 Minuten kernigen Rock in ordentlicher Konzert-Qualität. Ob die Strategie der Plattenfirma, jede CD durch zahllose Wiederveröffentlichungen Richtung Edelmetall zu prügeln, eine gute ist, sollte man dennoch beizeiten diskutieren.

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