The Cooper Temple Clause


The Cooper Temple Clause
See Through This And Leave
Morning Records

The Cooper Temple Clause - See Through This And Leave

18.04.2002

Label: Morning Records

von Ingmar Kröger

Eine Band, die sich verweigert.Schaut man auf ihre Website, so blickt man nicht wie bei allen anderen Künstlern in die Konterfeis der Musiker, sondern in die der imaginären Familie 'The Tysons', die für die Band das Vehikel zum Rest der Welt darstellt. Verwirrung regiert dann aber nicht nur dort, sondern auch beim ersten Hören des nun erscheinenden Debüts des Sextetts aus dem englischen Reading. Ist das Elektro, Punk, Brit-Pop/Rock oder was? Nun gut, ein Teil der Verwirrung mag darin begründet liegen, dass sich 'See Through This And Leave' eigentlich nur deshalb Album nennen darf, weil hier die ersten beiden EPs der Band zusammengeführt wurden. Trotz allem aber bleibt eine genaue Sound-Marschrichtung weiterhin verborgen und genau das scheint der rote Faden dieser Scheibe zu sein.
Die Songs werden geschickt ineinander gefadet, man wird unweigerlich auf eine knapp einstündige Reise geschickt.Die letzte Platte, die ähnlich gut funktionierte, war 'Attack Of The Grey Lantern' der begnadeten Mansun. Sänger Benedict Gautrey klingt hier und da wie ein wütender Liam Gallagher ('Who Needs Enemies?'), der das Wütendsein für sich zu einer Farce hat werden lassen. Gautrey und seinen Mitstreitern nimmt man das hier anstandslos ab, die Songs haben Kraft und kommen trotz vieler Sound-Spielereien und Samples auf den Punkt.
Einen eigenen Kopf beweisen The Cooper Temple Clause aber nicht nur mit ihrem Sound, sie setzten sogar durch, dass die BMG, die den Vertrieb ihrer Platte übernimmt, ihr Logo nicht auf das Cover drucken durfte - es geht also doch.
Die wissen jedenfalls genau, was sie da machen...

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