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Label: Columbia/Sony
von Ralph Buchbender
Songwriting ist wie Schwimmen. Einmal gelernt, kann man es ein Leben lang. Bob Dylan, der Altmeister und unbestritten einer der größten Songwriter der Rockgeschichte, liefert mit 'Love And Theft' wieder einmal zwei Beweise ab. Den des Könnens und den des Nicht-Könnens.
Im Jahre 2001 liefert der lichtscheue Songpoet zwölf Songperlen ab, die sein Talent als großer Songwriter untermalen. Und im Jahre 2001 hat der mittlerweile 60jährige Rockrebell vergangener Tage immer noch nicht singen gelernt. Das alte Dilemma: Schon immer klangen Bob Dylan Songs besser, wenn sie andere gesungen haben.
Das soll seine Leistung als unbestrittener Pionier der Singer/Songwriter-Kaste jedoch keinen Abbruch tun. Denn 'Love And Theft' beweist vor allem noch eins: Das Bob Dylan niemandem mehr etwas beweisen muss. Unbekümmert schreibt der alte Mann Songs für seine Generation. Menschen, die in den Sechziger Jahren gegen das Establishment aufbegehrt und als damalige Jugendliche oder Twens das Weltbild nachhaltig verändert haben. Wer damals Bob Dylan hörte, wird den einstigen Widersacher der Plattenindustrie und seiner Mechanismen nach wie vor verstehen.
'Love And Theft' zeigt einen besinnlichen, einen sehr amerikanischen Bob Dylan. Der Poet hatte schon immer eine Schwäche für guten Countryrock und die trägt er auf 'Love And Theft' offen nach außen. Machen wir uns nichts vor: Wer 60 Jahre alt und davon knappe 40 Jahre im Musikgeschehen involviert ist, darf sich zwangsläufig ungeniert einen Dreck um das aktuelle Tagesgeschehen in der Musikindustrie scheren. Bob Dylan muss die Welt nicht mehr verändern und zum unfreiwiliigen Held der Friedensbewegung läßt er sich schon lange nicht mehr instrumentalisieren. 'Love And Theft' enthält keine Revolutionen, weder textlich noch musikalisch. Es ist ein altes, aber kein altbackenes Stück Musik, von einem, der auszog, die Welt als zurückgezogener Weiser zu sehen.
Highlights:
Mississippi
Summer Days
Verwandte Klänge:
Leonard Cohen
Neil Young
Johnny Cash
Tracks:
Tweedle Dee And Tweedle Dum
Mississippi
Summer Days
Bye And Bye
Lonesome Day Blues
Floater
Highwater (For Charlie Patton)
Moonlight
Honest With Me
Po' Boy
Cry Awhile
Sugar Baby
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