American Hi-Fi


American Hi-Fi
American Hi-Fi
Island Records/Universal

American Hi-Fi - American Hi-Fi

13.08.2001

Label: Island Records/Universal

von Ralph Buchbender

Jawollski. Das ist die richtige Antwort auf Blink 182. Die Teenager Forever-Einstellung von Blink brachte uns mit 'Take Off Your Pants And Jacket' einen weiteren Schulhof-Klassiker. Da wollen American Hi-Fi auch hin. Und gleichzeitig wieder runter. Aber immer der Reihe nach.
Denn 'American Hi-Fi' kann mehr als bloße Bad Religion-Repetition oder übermütigen Blink-Frohsinn. Das zeigt schon der Background der beteiligten Musiker. American Hi-Fi-Gründer Stacy Jones trommelte früher bei Veruca Salt, Letters For Cleo oder Aimee Mann, bevor er mit American Hi-Fi zur Gitarre griff. Was uns zeigt, dass der gute Stacy nicht mehr der jüngsten Einer sein kann. Auch die restlichen drei Bandmembers Jamie Arentzen (git), Drew Parsons (bass) und Brian Nolan (drums) sammlten schon reichlich Erfahrungen mit MusikerInnen wie zum Beispiel Tracy Bonham.
Das Teenie-Image, dass sich die Band mit der Poppunk-Single 'Flavor Of The Weak' verpasst, geht bei weiterem Konsum ihres selbstbetiteltem Debüt-Tonträgers schnell über Bord. Bereits mit dem dritten Song zeigen American Hi-Fi, dass sie den Geist von Nirvana inne haben. 'A Bigger Mood' schleicht sich auf leisen Sohlen in die Oberstufe, wo man den Schulhof bereits verlassen darf. Und mit 'Safer In The Outside' betreten American Hi-Fi endgültig den Campus der Uni. Hier beweisen American Hi-Fi, dass sie immensen Background haben, was Melodiefolge, Songwriting und Spannungsbögen angeht. Eine Rock/Alternative-Ballade, die mit Kinderschuhen überhaupt nichts mehr an den Socken hat.
Doch damit der Höhepunkte noch nicht genug. Ein-, zweimal werden noch mal die alten Kumpel aus der Unterstufe auf dem Schulhof besucht, doch im Grunde wissen American Hi-Fi nur zu gut, dass sie dort nichts mehr verloren haben.
Dafür bebt die Uni. Party können sie, dass beweisen rund zwei Drittel aller vorhandenen 13 Songs. Spaß an der Sache vermitteln können sie auch, was nahezu alle Songs beweisen. Was fehlt, ist die Fähigkeit zur Wissenschaft, die an einer Uni nun mal unabdingbar ist. Doch auch diesen Test treten American Hi-Fi an und - bestehen ihn spätestens mit 'Blue Day'. Reef lassen in diesem Song grüßen, nicht die schlechteste Referenz, die man als Rock-Pop-Band mit hohem Gute-Laune-Wert haben kann.
Natürlich ist auf 'American Hi-Fi' noch nicht alles Gold, was glänzt. Es wird noch ein wenig zu oft mit der ganz jungen Käuferschicht kokettiert, was zu teilweise vorhersehbaren und aalglatten Melodiebögen führt. Was sie wirklich draufhaben, zeigen Songs wie 'My Only Enemy' oder eben 'Blue Day' viel mehr als zum Beispiel die Single 'Flavor Of The Weak' oder 'Hi-Fi Killer'.
Dennoch: 'American Hi-Fi' lässt den Sommer wieder zur fröhlichen Jahreszeit werden und bietet den höchsten Spaßfaktor inklusive Qualität. Musik für's Freibad, wo sich Schulhof und Campus treffen...

Highlights:
Safer On The Outside
Blue Day
My Only Enemy
What About Today

Verwandte Klänge:
Blink 182
Nirvana
Scum 41
Strokes
Reef
SR 71
Caroline's Spine

Tracks:
Surround
Flavor Of The Weak
A Bigger Mood
Safer On The Outside
I'm A Fool
Hi-Fi Killer
Blue Day
My Only Enemy
Don't Wait For The Sun
Another Perfect Day
Scar
What About Today
Wall Of Sound

Discography:
2001 American Hi-Fi

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