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Label: Roadrunner
von Norbert Sonderfeld
Ich habe beim besten Willen absolut nichts mehr von Human League erwartet. Viel zu beliebig und ziellos waren die letzten Veröffentlichungen. Nun haben sie sich aber eines Besseren besonnen. Natürlich wird hier wieder tief in die Achtziger gegriffen, aber der aggressive Einsatz analoger Synthesizer überrascht heute, denn auf solche Sequenzer-Attacken sind wir dann doch nicht vorbereitet. Zudem haben Human League die besten Songs seit 'Dare'-Zeiten geschrieben und, was bei ihnen genau so wichtig ist, die Musik ist nicht mehr nur das Mittel, um die Eitelkeit der einzelnen Mitglieder zu unterstützen. Das modische Element ist zwar natürlich noch da, aber nicht mehr Selbstzweck. Die Musik kann auch ohne die gestylten Gesichter der Band existieren. Durch die konsequente Verwendung analoger Sounds hat die Musik eine sterile, kalte Atmosphäre, die auch die allerersten experimentellen Scheiben von Human League auszeichnete. Ich dachte jedenfalls, dass das innovative Element aus dem Schaffen von Human League nach dem Ausscheiden von Ware und Marsh (Heaven 17) verschwunden sei. Vermutlich habe ich Herrn Oakley unterschätzt. Eine CD, die in ihrer Konsequenz erstaunt und somit ziemlichen Spaß macht. Mit Sicherheit eine der besten CDs dieser Band.
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