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Label: Mercury
von Andre Kollo
Es sollte Melissa Etheridges Gegenstück zu Springsteens 'Nebraska' werden: Ein intimes, rein akustisches Album, ohne Rockstar-Gesten. Das war der spannende Ausgangspunkt von 'Skin'.
Das Endergebnis präsentiert nun den unglücklichen Versuch, mit Hilfe moderner Studiotechnik dem Ursprungsmaterial ein Band-Feeling einzuhauchen. Das hierbei der eigentliche Charme von Songs wie 'Goodnight' oder 'I Want To Be In Love' den Bits und Bytes zum Opfer gefallen ist, dürfte man mit reinem Gewissen als einen der größten Pop-Irrtümer der laufenden Saison bezeichnen. Auf der einen Seite komponiert und singt Melissa Etheridge inspiriert wie schon lange nicht mehr, auf der anderen Seite klappern die Rhythmusmaschinen seelenlos ihren Takt. Eine Ballade wie 'Please Forgive Me' wird dabei zum einer mehr als holprigen Angelegenheit.
'Skin' ist der tragische Fall einer Platte mit großartigen Songs, einer engagierten Songwriterin, die im Studio auf die vermeintliche Erwartungshaltung des Publikums zurecht gebogen wurden. Zwiespältig.
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