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Label: Virgin
von Stefan Orth
Auf ihrem nunmehr siebten Album bieten die wandlungsfreudigen Wolfsburger Industrial-Metal-Individualisten von Oomph! 16 recht eingängige, opulent-gitarrenlastige Songs, die eine konsequente Fortsetzung des mit dem Erfolgsalbum 'Plastik' eingeschlagenen Weges darstellen.
Sänger Dero entführt einen immer wieder mit seinem ausgezeichneten deutsch- und englischsprachigen Gesang in die Abgründe der menschlichen Seele. Die klassische Ausbildung seiner Stimme macht sich sehr positiv bemerkbar, beherrscht er doch alle Register von fast geflüstertem Sprechen über melodisch-trauernden Gesang bis hin zu aggressivem Geschrei, gerne auch mit all diesen Dynamik-Facetten in einem einzigen Song.
Die Texte sind weniger provokativ und skandalträchtig als auf früheren Alben wie 'Sperm' oder 'Wunschkind', passend zum Albumtitel geht es diesmal meist um sehr persönliche Geschichten von Schmerz und Leidenschaft.
Der Titelsong hört sich nach einem eindeutigen Kanditat für die nächste Single an, wegen der opulenten Eingängigkeit dürfte der Clubhit vorprogrammiert sein.
Besonders gelungen auch das atmosphärisch-melancholische 'Bitter', das einen allein durch die Intensität der Wortwahl nicht mehr loslässt. Aufgrund der 80er-Jahre-beeinflussten Synthesizer-Sounds wird man, beispielsweise in dem von schleppenden Rhythmen geprägten 'Atem', an die EBM-Wurzeln des Dreiers erinnert. Die beiden eher ruhigen Instrumentals, die passend zur introspektiven Gesamtthematik nach menschlichen Hormonen benannt sind, die für Gemütszustände verantwortlich sind, strahlen eine hypnotisch-betörende Wirkung aus.
Musikalisch sind Dero, Flux und Crap dank zahlreicher Überraschungsmomente einfach um Welten einfallsreicher als die zahlreich existierenden Konkurrenten, die sonst so gerne mit dem überstrapazierten Begriff Neue Deutsche Härte bedacht werden - eine Schublade, in die Oomph! sich nie drängen lassen wollten.
'Ego' zeigt eine absolut gereifte Band, die in diesem Land durch ihre gesangliche und songwriterische Perfektion ziemlich allein auf weiter Flur dasteht. Außer den Krupps fällt zumindest mir keine einigermaßen vergleichbare Band ein, die sich auf einem ähnlich hohen Niveau bewegt. Laut hören.
Highlights:
Ego
Dopamin
Bitter
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