BAP


BAP
Aff Un Zo
EMI

BAP - Aff Un Zo

03.07.2001

Label: EMI

von Andre Kollo

Belächelt als Kölns dienstälteste Gymnasiasten-Band, verehrt als glaubhafter Rockact zum Anfassen, bei BAP schieden sich schon immer die Geister und Geschmäcker. BAP, das bedeutete allerdings fast zwei Jahrzehnte lang Wolfgang Niedecken und Klaus 'Major' Heuser. Letzterer hat sich inzwischen verabschiedet und arbeitet wahrscheinlich in Abgeschiedenheit am längsten Gitarren-Soli der Menschheitsgeschichte. Niedecken hat die Chance genutzt und kann nun unter dem Logo BAP das verwirklichen, was er bei seinen Soloausflügen bereits andeutete. Die aktuellen Songs erfuhren unter den Händen der 'neuen' BAP-Crew eine sorgfältige Bearbeitung. Viel Wert wurde auf Inhalt und Form gelegt. Längst besteht das Niedecken-Universum nicht mehr nur aus Dylan und Springsteen. Auch geschätzte Songwriter-Kapellen wie die schottischen Del Amitri wurden in den letzen Jahren studiert. Es weht also ganz augenscheinlich ein frischerer Wind im Haus der Kölner. 'Die Moritat vun Jan un Griet' bringt den jugendlichen Charme früherer Live-Auftritte, 'Souvenirs' liefert feine Gitarrenarbeit ohne Schimmelspuren und 'Eddie's Radio Show' leichtgewichtigen Rock'n'Roll. Dazwischen plaziert die Gruppe jede Menge Verschnaufspausen für die ergraute Fanschar. 'Aff Un Zo' - ein passender Titel für eine Platte, die auch einige Längen aufweißt. Insgesamt dennoch BAPs Beste seit sehr langer Zeit.

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