Lifehouse


Lifehouse
No Name Face
Dreamworks/Motor

Lifehouse - No Name Face

28.06.2001

Label: Dreamworks/Motor

von Stefan Orth

Lifehouse sind mal wieder eine amerikanische Gitarren-Rockband, die jenseits des großen Teiches dank College-Radio-Hit ganz schnell ganz groß geworden ist und es nun auch hierzulande versucht. Ihr erst zwanzigjähriger Sänger Jason Wade, dessen ach so schwere Kindheit im Plattenfirmen-Info in allen Details beschrieben wird, erinnert optisch ein bisschen an einen durchgestylten Boygroup-Sänger. So weit, so schlecht. Um so überraschter ist man dann, auf diesem Debütalbum songwriterisch sehr gelungene, melancholische Songs zu hören, getragen von Hobby-Kampfsportler Wades ausgezeichneter Stimme.
'Somebody Else's Song' ist ein mitreißend guter Popsong, der durch geschmackvolle Balalaika-Tremolo-Klänge seine besondere Note erhält.
Auch die Single-Auskopplung 'Hanging By A Moment' kann überzeugen, etwas belanglos dagegen wirkt 'Tryin', ein bereits vor fünf Jahren aufgenommener Song, bei dem für das Album nur die Vocals neu eingesungen wurden.
Keine amerikanische Rockplatte ohne Pearl Jam-Anklänge, so wird auch hier durch das mit deutlichem Eddie Vedder-Timbre gesungene 'Simon' die Quote erfüllt.
Klar kann man Lifehouse vorwerfen, dass sie nichts Neues machen, dass sie ähnlich klingen wie endlos viele Mitstreiter aus ihrem Heimatland, allerdings machen sie ihre Sache so gut, dass man gebannt zuhört und eingefangen wird von der ehrlichen Melancholie der Songs. Fazit: Nicht nur in Großbritannien gibt es hochtalentierte Musiker, die sich schon in jungen Jahren musikalisch eindrucksvoll mit den Schattenseiten des Lebens auseinandersetzen.

Verwandte Klänge:
Tonic
3 Doors Down
Train
Creed
Matchbox Twenty
Goo Goo Dolls

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