Electric Light Orchestra


Electric Light Orchestra
Zoom
Sony

Electric Light Orchestra - Zoom

20.06.2001

Label: Sony

von Andre Kollo

15 Jahre sind vergangen, seitdem das Electric Light Orchestra um Mastermind Jeff Lynne das letze Mal die Saiten anstimmte. 15 Jahre, in denen man sie nicht unbedingt vermisst hat. Jeff Lynne wurde in dieser Zeit einer der gefragtesten Produzenten und durfte bei der erzwungenen Wiedervereinigung der Beatles mit 'Free As A Bird' Hand anlegen. Warum also jetzt die Rückbesinnung auf seine ehemalige musikalische Heimat? Der Opener 'Alright' lässt zunächst das Schlimmste befürchten. Hier wird Schunkel-Rock verabreicht, der jeder drittklassigen Tanzcombo die Schamesröte ins Gesicht treiben würde und selbst die beiden Werke der Ex-Mitglieder, die Anfang der 90er Jahre unter dem Namen ELO II firmierten, wie Meisterwerke erscheinen lassen. Lynne, der hier fast für die komplette Einspielung und Produktion alleine verantwortlich war, verzichtet auch im weiteren Verlauf des Albums auf verspielte Anleihen aus früheren Tagen. Allerdings ist das schlimmste nach 'Alright' bereits überstanden. Mit 'State Of Mind' und 'Stranger On A Quiet Street' sind dem introvertierten Briten dann auch zwei nette Mainstream-Nummern gelungen, die deutlich über dem täglichen Radio-Durchschnitt liegen. Lynnes Stimme nähert sich immer wieder gerne an John Lennon an. Die Klassikelemente sind aber fast vollständig in den Hintergrund verbannt worden. Das Comeback des Electric Light Orchestras wendet sich an ein Publikum jenseits der 40. Diese werden die unspektakulären Klänge durchaus zu schätzen wissen und 'Zoom' zwischen Mike Oldfield und Genesis in ihrer CD-Sammlung unterbringen.

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